Werden Tierversuche nur gemacht, um Krankheiten und Behandlungen von Menschen zu erforschen?

Versuchstier im Labor
Bild: Institut für Labortierkunde

Nein, denn auch Tiere profitieren von Tierversuchen. Genauso wie in der Humanmedizin müssen auch in der Tiermedizin Medikamente und Behandlungen auf ihre Wirksamkeit und ihr Risiko getestet werden, bevor sie zugelassen werden. Das passiert dann unter anderem in Studien an der Tierart, bei der ein Medikament später verwendet werden soll.

Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe von Versuchen zur Haltung, dem Verhalten und des Wohlbefindens von Tieren, mit denen beispielsweise ihre Lebensbedingungen in der Landwirtschaft verbessert werden können. So beobachten Forscherinnen und Forscher zum Beispiel eine Gruppe von Hühnern und dokumentieren, in welchen Geländestrukturen und Bereichen des Geheges diese sich am liebsten aufhalten. Aus diesen Daten lassen sich Erkenntnisse zur artgerechten Haltung der Hühner gewinnen. Auch wenn bei solchen Studien die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Tiere nur beobachten, zählen sie als Tierversuch. Für das Anbringen von Sendern an Wildtieren für die ökologische Forschung trifft dies ebenso zu, genauso wie für die Verwendung von lebenden Tieren, um Tierärztinnen und Tierärzte, Landwirte oder Mitarbeitende von Blaulichtorganisationen (also, Polizei, Sanität etc.) auszubilden.

Zudem gibt es auch Projekte in der Grundlagenforschung, deren Nutzen nicht direkt auf die Erforschung oder Behandlung einer Krankheit abzielt, sondern deren Ziel Wissensvermehrung über elementare Lebensvorgänge ist. Auch Forschungsprojekte zum Schutz der Umwelt können Tierversuche beinhalten und auch diese zielen nicht direkt auf Krankheiten des Menschens ab.