Sollte man die Forschung mit Primaten verbieten?

Versuche mit Affen sind in der Schweiz nicht verboten. Aber es werden schon seit langer Zeit keine Versuche mit Menschenaffen (also z.B. Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans) mehr durchgeführt. Nicht-menschliche Primaten (z.B. Meerkatzen) kommen bei manchen Medikamentenentwicklungen zum Einsatz und werden dort auch teilweise von den zulassenden Behörden gefordert. Auch bei der Erforschung von Therapien gegen Alzheimer, Ebola oder den Zika-Virus oder bei spezifischen neurobiologischen Fragestellungen (z.B. Rehabilitation nach Lähmungen) wird mit nicht-menschlichen Primaten gearbeitet. Diese Forschung unterliegt strengen Auflagen und darf nur dann durchgeführt werden, wenn man keine evolutiv «niedrigeren» Tiere einsetzen kann, wie etwa Ratten oder Mäuse.

Man greift auf nicht-menschliche Primaten zurück, wenn man in der Forschung den Verhältnissen im menschlichen Organismus so weit wie möglich nahe kommen muss, sie aber aus ethischen Gründen nicht am Menschen durchführen kann.

Wenn man Versuche an Affen in der Schweiz verbieten würde, muss man bedenken, dass die Forschung dann möglicherweise von Wissenschaftlern in anderen Ländern durchgeführt wird, wo die Tierschutzbedingungen weniger streng sind. Oder man müsste bereit sein, riskante Studien an Menschen durchzuführen – eine Praxis, die sich aus ethischen Überlegungen verbietet und sich nicht mit der Deklaration von Helsinki vereinbaren lässt.