Boden - Der verborgene Teil des Klimazyklus

Diese Publikation zielt darauf ab, die Beziehung zwischen Boden und Klima zu erläutern, die zugrundeliegenden Prozesse zu erklären und die dringende Notwendigkeit zu betonen, dass diese wertvolle Ressource verantwortungsbewusst genutzt wird.

Boden - Der verborgene Teil des Klimazyklus

Der Boden ist eine natürliche Ressource, die die meisten von uns entweder ignorieren oder für etwas Selbstverständliches halten. Aber die dünne Schicht Erde, die einen Großteil der Oberfläche unseres Planeten bedeckt, ist entscheidend für die Umwelt und von unschätzbarem Wert für unsere Gesellschaft.
Dennoch nimmt die Bodenqualität in vielen Gegenden ab, was bedeutet, dass der Boden seine wesentlichen Funktionen weniger gut erfüllen kann. Ein besonderer Punkt für Besorgnis sind die negativen Auswirkungen von Bodenzustandsverschlechterungen auf das Klima – und umgekehrt.

Der Boden ist nach den Ozeanen der zweitgrößte aktive Kohlenstoffspeicher des Planeten, aber seine Fähigkeit, große Mengen Kohlenstoff zu binden und zu speichern, hat sich in den letzten Jahrzehnten abgeschwächt, vor allem bedingt durch nicht nachhaltige Praktiken bei der Bewirtschaftung oder Änderungen der Landnutzung. Forscher sind der Meinung, dass Böden aufgrund dieser Veränderungen große Mengen Kohlenstoff an die Atmosphäre abgeben. Dies droht, die Emissionseinsparungen in anderen Bereichen, wie der Industrie und dem Verkehr, zunichte zu machen.
Außerdem trägt der der Klimawandel selbst zu einer Verschlechterung der Bodenqualität bei. In Europa sind viele südliche Länder – anfällig für hohe Temperaturen und abnehmende Niederschlagsmengen – von Wüstenbildung bedroht. Die Probleme werden sich mit dem zunehmenden Klimawandel wahrscheinlich nach Norden hin ausweiten.
Im nördlichen Europa könnten die Jahresniederschläge ansteigen, wie auch die Häufigkeit von Starkregenereignissen. Die Fähigkeit der Böden, Wasser zu absorbieren und zu fitern, wird daher noch wichtiger werden. Darüber hinaus sind die empfindlichen Ökosysteme der borealen Region von schnellem Auftauen gefrorener Böden in Permafrostgebieten bedroht. Dadurch werden große Mengen an Kohlendioxid und Methan freigesetzt.
Obwohl die gegenwärtige Entwicklung besorgniserregend ist, kann der Boden ein Teil der Lösung im Kampf gegen den Klimawandel sein. Fast die Hälfte der Fläche Europas wird landwirtschaftlich genutzt, und etwa 40% der Fläche ist von Wäldern bedeckt. Nachhaltige Landwirtschafts- und Forstwirtschaftspraktiken und entsprechende Landnutzungsformen können dabei helfen, die Menge an Kohlenstoff, die im Boden gebunden ist, zu erhalten oder sogar zu erhöhen.

Diese Broschüre zielt darauf ab, die Beziehung zwischen Boden und Klima zu erläutern, die zugrundeliegenden Prozesse zu erklären und die dringende Notwendigkeit zu betonen, dass diese wertvolle Ressource verantwortungsbewusst genutzt wird.

Quelle: Europäische Kommission, Generaldirektion Umwelt http://ec.europa.eu/environment [1]

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