CH2014-Impacts

Breitabgestützter Bericht zu den Klimafolgen in der Schweiz

Der soeben veröffentlichen Bericht «CH2014-Impacts» befasst sich mit den quantitativen Folgen des Klimawandels für die Schweiz. Er bestätigt bestehendes Wissen und liefert neue Erkenntnisse. Anpassung und Klimaschutz, so ein Fazit des Berichts, müssen Hand in Hand gehen. Wenn es gelingt, den Klimawandel zu begrenzen, lässt sich die Anpassung an seine Folgen erfolgreicher und kostengünstiger bewerkstelligen.

Full report: Breitabgestützter Bericht zu den Klimafolgen in der Schweiz

Mehr als 20 Forschungsgruppen aus der ganzen Schweiz haben in den vergangenen zwei Jahren an «CH2014-Impacts» mitgearbeitet. Initiiert und koordiniert wurde das in verschiedener Hinsicht einmalige Projekt vom Oeschger-Zentrum der Universität Bern, finanziell unterstützt haben es das Bundesamt für Umwelt, BAFU und MeteoSchweiz. In ihren Untersuchungen zu sieben Themenbereichen – von Gletscher und Wasserhaushalt über Wald, Biodiversität und Landwirtschaft bis zu Gesundheit und Energie – gingen die Forschenden von den «CH2011-Szenarien» als gemeinsamer Datenbasis aus. Ziel war die Vergleichbarkeit der Ergebnisse der thematischen Detailstudien, welche die Klimafolgen aus kurz-, mittel- und langfristiger Sicht beleuchten. Ein Ansatz, der speziell für die Entwicklung von Anpassungsstrategien wertvoll ist.

«CH2014 Impacts» macht die grossen regionalen und sektoriellen Unterschiede bei den Klimafolgen deutlich. Für den Wald zum Beispiel zeichnet der Bericht ein differenziertes Bild: In tiefen Lagen von schon heute sehr trockenen inneralpinen Tälern reagiert der Wald sehr sensibel. Bereits eine kleine zusätzliche Erwärmung zeigt Folgen. Der Baumbestand wird durch schwächeres Wachstum bedroht und gerät unter erhöhten Borkenkäferdruck. Darunter leidet die Schutzwirkung gegen Lawinen und Steinschlag. Anders sieht es an der alpinen Baumgrenze aus, wo das Baumwachstum zunimmt. Das hat positive Folgen sowohl für die Schutzwirkung wie für die Holzproduktion und die Kohlenstoffspeicherung.

Aus regionaler Sicht betrachtet wird insbesondere das Tessin mit negativen Folgen des Temperaturanstiegs konfrontiert. Die Hitzephasen mit so genannten Tropennächten könnten sich auf eine Länge von bis zu zwei Monaten ausdehnen. Darunter hätten nicht nur die Menschen zu leiden. Den Kühen zum Beispiel droht Hitzestress und dem Wald macht die Trockenheit zu schaffen. Die sensible Südschweiz, so ein weiteres Resultat aus dem Bericht, muss mit markanten Auswirkungen des Klimawandels rechnen, sogar wenn global wirksame Klimaschutzmassnahmen ergriffen werden.

Ob mit oder ohne Klimaschutz, so der Bericht, kommt die Schweiz nicht um Anpassungen herum. Dazu zählt auch verbessertes Management zum Beispiel in der Landwirtschaft oder bei der Wasserversorgung.

Neben dem vollständigen Bericht existieren Zusammenfassungen auf Deutsch, Französisch und Italienisch.

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