Historische Klimaaufzeichnungen helfen Naturgefahren beurteilen

Neue Online-Datenbank Euro-Climhist

Eine neue Online-Datenbank unterstützt Forschung, Verwaltungen und Planungsbüros bei der Analyse von Naturgefahren. Die einzigartige Datenbank «Euro-Climhist» umfasst 125'000 historische Daten zu Wetter, Klima und Naturgefahren für die Schweiz. Entwickelt wurde sie an der Universität Bern mit Unterstützung des Swiss GCOS Office beim Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz.

Teaser: Historische Klimaaufzeichnungen helfen Naturgefahren beurteilen

Um die Häufigkeit von extremen Naturereignissen abzuschätzen, braucht es einen Blick in die Vergangenheit. Erst beim Vergleich über mehrere Jahrhunderte zeigt sich, wie wahrscheinlich grosse Überschwemmungen oder Dürreperioden sind und ob sich ihr Auftreten im Laufe der Zeit verändert.

Doch Daten, die weiter als in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreichen, waren bis anhin selbst für Spezialisten kaum verfügbar. Denn erst mit dem Aufkommen von Messinstrumenten wurden Wetterdaten systematisch aufgezeichnet. Deshalb sind historische Dokumentendaten für Forschung und Praxis von grossem Wert. Sie stammen aus Quellen wie Chroniken, persönlichen Aufzeichnungen, aber auch aus den Buchhaltungen von frühen öffentlichen Einrichtungen wie Spitälern und reichen bis ins Mittelalter zurück.

Mit der Lancierung der «Euro-Climhist»-Datenbank werden solche historischen Daten nur erstmals öffentlich zugänglich gemacht. «Euro-Climhist» umfasst zehntausende von solchen Daten, die ab 1550 bis zur offiziellen Einführung der Instrumentenmessung in der Schweiz 1864 erhoben wurden. Die weltweit einzigartigen Witterungsdaten und Klimamessreihen werden heute von Forschung, Behörden und Wirtschaft gleichermassen verwendet.



Quelle: Medienmitteilung Universität Bern [1]

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