Dekarbonisierung von Gebäuden im Interesse von Klima, Gesundheit und Arbeitsplätzen

Ein neuer Bericht von Expertinnen und Experten europäischer Akademien fordert politische Massnahmen in drei Bereichen, damit Gebäude in der Europäischen Union zu nahezu Null-Treibhausgas-Emittenten werden: energieeffizientes Bauen, um den Bedarf an Heizung und Klimatisierung zu reduzieren oder erneuerbare Energie vor Ort zu erzeugen, Reduktion der Emissionen in Bauindustrie und Lieferkette sowie der Entwurf von Gebäuden, die am Ende ihrer Lebensdauer demontiert und recycelt werden können.

EASAC report "Decarbonisation of buildings"
Bild: EASAC

Mit diesen Massnahmen könnte die EU ihre Klimazusage aus dem Pariser Abkommen einhalten. Die Herausforderungen bei der Umsetzung sind jedoch enorm. Schätzungsweise 146 Millionen Häuser mit einer schlechten Energieeffizienz sind zu sanieren. Die Rate des jährlich renovierten europäischen Gebäudebestands sollte daher zwei- bis dreimal höher sein als die derzeitigen 1-1,5%. Während sich die Empfehlungen in erster Linie an die EU in Bezug auf ihre «Strategie für eine Renovierungswelle» richten, macht der Bericht deutlich, dass auch nationale und lokale Behörden auch eine grosse Rolle zu spielen haben. Da nur noch etwa zehn Jahre verbleiben, bis sich die Tür zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf weniger als 1,5ºC schliesst, besteht dringender Handlungsbedarf.

Die Akademien der Wissenschaften Schweiz haben zum Bericht mittels Delegation von Arno Schlüter (ETH Zürich) als Autor und Matthias Sulzer (Empa) als Gutachter beigetragen.

Ausgabe / Band: EASAC Policy Report, 43
Seitenangabe: v, 73 S.
Standard-Nummer: ISBN 978-3-8047-4263-5

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  • Energieeffizienz
  • Gebäude

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