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Hydrologisches Jahrbuch der Schweiz 2016

Abfluss, Wasserstand und Wasserqualität der Schweizer Gewässer

Hydrologisches Jahrbuch der Schweiz 2016
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Hydrologisches Jahrbuch der Schweiz 2016
Hydrologisches Jahrbuch der Schweiz 2016

Das «Hydrologische Jahrbuch der Schweiz» liefert einen Überblick über das hydrologische Geschehen auf nationaler Ebene. Es zeigt die Entwicklung der Wasserstände und Abflussmengen von Seen, Fliessgewässern und Grundwasser auf und enthält Angaben zu Wassertemperaturen sowie zu physikalischen und chemischen Eigenschaften der wichtigsten Fliessgewässer der Schweiz. Die meisten Daten stammen aus Erhebungen des BAFU.

Witterung

Das Jahr 2016 war in der Schweiz 0,7 Grad milder als die Norm 1981–2010. Die Alpennordseite registrierte regional das niederschlagsreichste erste Halbjahr seit Messbeginn. Der Sommer kam erst im Juli, verweilte dann aber mit ungewöhnlicher Wärme bis im September. Auf das Jahresende hin führte anhaltendes Hochdruckwetter mit Rekordtrockenheit zu ausgeprägter Schneearmut in den Bergen.

Schnee und Gletscher

Über den ganzen Winter 2015/16 gemittelt, waren die Schnee­ höhen nur im Unterwallis und am westlichen Alpennordhang oberhalb von rund 1400 m ü. M. normal, in den übrigen Gebieten unterdurchschnittlich. Für die Schweizer Gletscher sah es nach intensiven Schneefällen im Mai und Juni 2016 lange gut aus. Der sehr warme Spätsommer führte dann aber zu starker Gletscherschmelze.

Abflussverhältnisse

In vielen Einzugsgebieten waren die Juni­Abflüsse des Jahres 2016 grösser als die mittleren Juni­Abflüsse der Normperiode. Im zweiten Halbjahr wiesen vor allem die Monate Oktober und Dezember verbreitet tiefe Abflüsse auf. Der in den Alpen niederschlagsärmste Dezember seit Messbeginn 1864 liess die Abflüsse in manchen Einzugsgebieten auf rund ein Fünftel der normalen Abflussmenge zurückgehen. Der Alpenrhein verzeichnete Mitte Juni ein grosses Hochwasserereignis.

Seestände

Die starken und anhaltenden Niederschläge von Mitte Juni in den zentralen und östlichen Voralpen liessen den Bodensee so stark ansteigen wie seit 1999 nicht mehr. Der Wasserstand lag im Juni und Juli an über 40 Tagen ununterbrochen über der Hochwassergrenze. Das Jahr 2016 brachte an verschiedenen Seen auch ausgeprägte Tiefstände. Der Neuenburgersee erreichte seinen niedrigsten Pegelstand Ende Jahr.

Wassertemperaturen

Bei den Monatsmaxima führte der warme Winter in den ersten Monaten mehrfach zu neuen monatlichen Höchstwerten. Auch Ende August und im September führten hohe Lufttemperaturen zu einer kurzfristigen Überschreitung der bisherigen Monatsmaxima an 18 Messstationen des BAFU.

Grundwasser

Die tiefen Grundwasserstände und Quellabflüsse vom trockenen Jahresende 2015 stiegen infolge der überdurchschnittlichen Niederschlagsmengen in der ersten Jahreshälfte 2016 stetig an. Von April bis Juni wurden dadurch zunehmend hohe Grundwasserstände und Quellabflüsse beobachtet. Der Monat August war überdurchschnittlich warm und insgesamt sehr trocken. Infolgedessen normalisierten sich die Grundwasserstände und Quellabflüsse.

Seitenangabe: 36

Quelle: BAFU (Hrsg.) 2017: Hydrologisches Jahrbuch der Schweiz 2016. Bundesamt für Umwelt, Bern. Umwelt-Zustand Nr. 1712: 36 S.

Herausgeber

BAFU

Sprachen

Deutsch, Französisch