Gletscher

Triftgletscher
Bild: M. Phillips, WSL/SLF; snc-iugg / Marcia Phillips, WSL / SLF
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Triftgletscher
Triftgletscher (Bild: M. Phillips, WSL/SLF; snc-iugg / Marcia Phillips, WSL / SLF)

In einem Messprogramm zur Dokumentation der Gletscherveränderungen muss sichergestellt sein, dass die relevanten Elemente optimal für die vielseitigen Bedürfnisse erhoben werden. Systematische und langfristige Messungen zu den Veränderungen der Schweizer Gletscher beginnen mit der Messung der Längenänderung einer Auswahl von Gletschern um 1880. Am Ende des 19. Jahrhunderts stand als Ziel der Datenerhebungen unter anderem die Frage nach vergangenen und künftigen Eiszeiten. Seither haben sich die Forschungsziele der nationalen sowie internationalen Gletschermessungen zusehends verlagert und parallel dazu sind neue Messmethoden entwickelt worden. Mit dem steigenden menschlichen Einfluss ist zu erwarten, dass sich das Klimasystem in Zukunft beschleunigt verändern wird. Man muss damit rechnen, dass in den nächsten Jahrzehnten ganze Gebirgsregionen eisfrei werden. Dies erfordert, dass das Schweizer Gletschermessnetz diesen Veränderungen laufend angepasst wird. Dabei gilt es auch neue Technologien (z.B. Remote Sensing, Geoinformatik) einzubeziehen und mit den traditionellen Techniken (z.B. in-situ Messungen) zu verbinden. Neu entwickelte Modelle sollen vermehrt bei der Auswertung der Daten unter Berücksichtigung anderer Monitoring-Elemente (Prozessstudien, Indexmessungen, Inventar von Gletscherkenngrössen) eingesetzt werden.

Die heutigen Ansprüche an dieses Messprogramm setzen sich aus verschiedenen Themenbereichen zusammen. Im wesentlichen sind es Klima-Gletscher Beziehungen, wirtschaftliche Aspekte (Wasserkraft, Tourismus, Landwirtschaft), Naturgefahren, Öffentlichkeit (Ausbildung und Erziehung) und Meeresspiegel. Das vorliegende Messprogramm richtet sich sehr stark auf Fragestellungen im Bereich des Klimasystems aus. Weiter soll es gut in die bestehenden internationalen Programme zur Dokumentation von Gletscherveränderungen (GTN-G - Global Terrestrial Network for Glaciers, WGMS - World Glacier Monitoring Service) und Klima (GCOS - Global Climate Observing System) eingebettet werden. Das Messnetz ist so strukturiert, dass es globale sowie regionale Analysen der Gletscherveränderungen zulässt. Dabei werden die folgenden Grössen berücksichtigt: Massenbilanz, Fliessgeschwindigkeit, Längenänderung, Inventar von Gletscherkenngrössen und Firntemperatur.

Blick in Richtung Monte Rosa mit Gorner- und Grenzgletscher

Gletscher

Gletscher reagieren sehr empfindlich auf Klimaänderungen und liefern allgemein verständliche Hinweise zum Klimawandel.