Gwattlischenmoos

Gwattlischenmoos in Thun
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Gwattlischenmoos in Thun
Gwattlischenmoos in Thun

Geschichte des Totalreservats Gwattlischenmoos

Bereits vor hundert Jahren setzte sich die Naturwissenschaftliche Gesellschaft Thun für den Schutz dieses letzten grossen Schilfgebietes am unteren Thunersee ein. Ein jahrzehntelanger Entwicklungsprozess führte 1970 zur Schaffung des heute 18 ha grossen Naturschutzgebietes des Kantons Bern. Es ist ein Totalreservat, das nur von Wissenschaftlern und für Pflegearbeiten betreten wird. Diese Restfläche der einmal ausgedehnten Feuchtgebiete am Thunersee ist ein Flachmoor von nationaler Bedeutung, was besonders den botanischen Wert unterstreicht.

Wie ist das Schilfgebiet aufgebaut?

Das Reservat umschliesst eine vollständige Verlandungszone mit allen Übergängen vom offenen See bis zur Wiese landeinwärts. Bald schon wird der alte Schilfschutzzaun erneuert, um die Pflanzen besser vor Schwemmholz schützen. Die Schilffläche beginnt mit wertvollem Wasserschilf und Schilfbülten sowie einem Seggengürtel, worauf das Landschilf anschliesst. Dahinter finden sich botanisch wertvolle Riedflächen. Einzelne Gebüschgruppen umschliessen das Reservat.

Tiere im Gwattlischenmoos

Die Fauna im Naturschutzgebiet wird dominiert durch die leicht zu beobachtenden Wasservögel. Auch verschiedene Reiher und Möwen lassen sich blicken und von Frühling bis Herbst sind die singenden Schilfbewohner auffällig und mit Geduld auch zu sehen. Dazu gesellen sich immer wieder besondere ornithologische Leckerbissen (Eisvogel, Rotfussfalke etc.). Es gibt in diesem für die Region einzigartigen Naturschutzgebiet auch andere sehr interessante Tiergruppen zu sehen, die allerdings viel schwerer zu beobachten sind.

Verschiedene Libellenarten nutzen die kleinen Tümpel zur Eiablage, die Ringelnatter ist das einzige regelmässige Reptil hier, wogegen Wasserfrösche allgegenwärtig sind. Im Schilf und den Gebüschen leben auch einige Rehe, ein Fuchs hat in der Böschung am Rand seinen Bau und auch ein Biber wurde schon beobachtet.

Beobachtungsmöglichkeiten

Schon 1940 wurde in Zusammenarbeit mit dem Uferschutzverband Thuner- und Brienzersee ein Beobachtungsturm erbaut. Naturbeobachter und -interessierte können den Schlüssel für den Beobachtungsturm beim Pflegeheim „Im Seewinkel“ ausleihen. Der Beobachtungsturm ist über einen Fussweg und über einen Steg zu erreichen.

Im Rahmen der Umgestaltung 2010 wurde ein Beobachtungsversteck „Hide“ gebaut. Von dort aus lässt sich die Natur entlang des Bootskanals beim Deltapark gut beobachten. Man kann auch die neuen Teiche einsehen und das Leben darin mitverfolgen. So lassen sich schöne Momente am Rande des Schutzgebietes erleben und in der Stille Erholung finden.