• 16.12.2016
  • Meldung
  • ProClim

Die Reaktion des Bundesrates auf den Bericht «Brennpunkt Klima Schweiz»

Brennpunkt Klima Schweiz
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Brennpunkt Klima Schweiz
Brennpunkt Klima Schweiz

Über 70 Schweizer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben den Bericht "Brennpunkt Klima Schweiz" erarbeitet. Die Feststellungen sind klar: Die Schweiz reagiert sehr empfindlich auf den Klimawandel. Im Vergleich zum globalen Mittel ist die Erwärmung im Alpenraum rund doppelt so stark. Der Natur- und Lebensraum Schweiz ist von den Auswirkungen des Klimawandels in vielfältiger Weise betroffen. Wie beurteilt der Bundesrat die Ergebnisse dieses Berichtes? Welche Schlüsse zieht er daraus?

Der Nationalrat K. Vogler hat am 5.12.2016 auf seine Frage folgende Antwort vom Bundesrat bekommen:

Der Bericht "Brennpunkt Klima Schweiz" überträgt die Erkenntnisse aus dem fünften Sachstandsbericht des International Panel on Climate Change (IPCC) auf die Schweiz. Als breitabgestütztes Werk von Forschenden verschiedener Wissenschaftsdisziplinen bietet er dem Bundesrat eine wertvolle Grundlage für die Weiterentwicklung der nationalen Klimapolitik.

Zur Reduktion der Treibhausgasemissionen will der Bundesrat in der Zeit nach 2020 an den bereits bewährten Massnahmen und Instrumenten festhalten. Er hat seine Vorschläge für die Ausgestaltung der zukünftigen Klimapolitik in einer Vernehmlassung, die bis Ende November 2016 dauerte, zur Diskussion gestellt. Die eingegangenen Stellungnahmen werden nun ausgewertet und bei der Erarbeitung der Botschaft zur Totalrevision des CO2-Gesetzes berücksichtigt. Der Bundesrat wird diese dem Parlament voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2017 unterbreiten. Er wird dabei auch den Bericht "Brennpunkt Klima Schweiz" berücksichtigen.

Der Bericht bestätigt, dass die Schweiz im weltweiten Vergleich übermässig stark vom Klimawandel betroffen ist und die Auswirkungen regional sehr unterschiedlich ausfallen. Anhand eines Pilotprogramms wurden in den letzten Jahren zusammen mit den Kantonen und privaten Trägerschaften Modellvorhaben umgesetzt, welche den Klimawandel veranschaulichen und konkrete Massnahmen aufzeigen. An diese Arbeiten will der Bundesrat in Zukunft anknüpfen und dabei die Befunde des Berichtes "Brennpunkt Klima Schweiz" punktuell vertiefen.

  • Verknüpfungen

Das Klima unserer Enkelkinder ist in unseren Händen. Wie würde sich das Klima entwickeln, wenn die Weltbevölkerung ab sofort jedes Jahr weniger Treibhausgase ausstossen würde und im Jahr 2100 kein CO2 mehr in die Atmosphäre gelangen würde? Eine solche Entscheidung würde das Klima unserer Enkelkinder deutlich beeinflussen. Das Klima reagiert träge auf Veränderungen. Die Erwärmung würde in den nächsten Jahrzehnten zwar weiter andauern, sich aber verlangsamen und im globalen Mittel nicht mehr als 2 °C im Vergleich zur vorindustriellen Zeit betragen (bisher: global rund + 1°C seit 1850; in der Schweiz +1.8°C). Die Gletscher würden trotzdem noch mindestens die Hälfte ihrer heutigen Masse verlieren. Das Klima würde aber weniger extrem und unsere Gesellschaft weniger stark von Extremereignissen heimgesucht. Auch unsere Ernährungsversorgung durch die Landwirtschaft und unsere Gesundheit wären weniger beeinträchtigt.
  • 30.11.2016
  • Akademien der Wissenschaften Schweiz
  • Medienmitteilung

Akademien fordern eine strengere Klimapolitik nach 2020

Die Akademien der Wissenschaften Schweiz begrüssen die Stossrichtung der vom Bundesrat vorgeschlagenen Klimapolitik nach 2020. Sie genügt aber nicht, um die langfristigen Reduktionsziele gemäss den internationalen Abkommen zu erreichen. Deshalb fordern die Akademien, dass die Massnahmen konsequenter auf die Erreichung dieser Ziele ausgerichtet werden. So stehen die Akademien dem Beitritt zum europäischen Emissionshandelssystem kritisch gegenüber: Die Menge der von der EU ausgegebenen Zertifikate sei viel zu hoch und entspreche nicht den angestrebten Zielen. Sie empfehlen zudem, das Reduktionsziel im Inland von 30 auf 40% zu erhöhen, damit das langfristige Ziel von Null Emissionen nicht spä-ter enormen Aufwand erfordert.
Brennpunkt Klima Schweiz – Gesamtbericht
  • 2016
  • Akademien der Wissenschaften Schweiz
  • ProClim
  • Bericht

Brennpunkt Klima Schweiz

Mehr als 70 Schweizer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben in den letzten drei Jahren zusammen mit ProClim – dem Forum für Klima und globalen Wandel der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) – und unterstützt durch das Beratende Organ für Fragen der Klimaänderung OcCC sowie das Bundesamt für Umwelt BAFU die für die Schweiz relevanten Ergebnisse des Fünften IPCC-Sachstandsberichtes (IPCC AR5) zusammengetragen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse wurden mit Resultaten aus wissenschaftlichen Studien mit direktem Schweiz-Bezug ergänzt.
Absender

ProClim