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Der Handel mit projektbasierten Klimaschutzzertifikaten - Chancen und Grenzen

44. Parlamentariertreffen der Gruppe «Klimaänderung» vom 23. September 2008

2008
Okt 20
Veranstaltungsort
Bern

Ein wichtiges marktwirtschaftliches Instrument zur Erreichung der klimapolitischen Ziele ist der Emissionszertifikatehandel. Der weltweit weitaus grösste Anteil am Handelsvolumen entfällt zurzeit auf den EU Emissionshandel und auf projektbasierte Klimaschutzzertifikate (CDM = Clean Development Mechanism) zwischen Industriestaaten und Schwellen- und Entwicklungsländern. Der Fokus des Parlamentariertreffens lag auf den projektbasierten Klimaschutzzertifikaten.
Dr. Axel Michaelowa vom Institut für Politikwissenschaft der Universität Zürich stellte die Chancen und Probleme von Emissionsgutschriften durch Projekte in Entwicklungsländern vor. Für die Entwicklungsländer ist der Export von Emissionszertifikaten ein zukunftsträchtiges Geschäft und die Industrieländer können durch Zertifikate-Import ihre Kyoto-Ziele zu geringeren Kosten erreichen. Allerdings verringern sich dadurch die eigenen Emissionen nicht und diese müssen in der folgenden Verpflichtungsperiode wieder kompensiert werden. Die Erfahrungen nach den ersten Jahren sind durchzogen, denn das Vertrauen in die Projekte wird stark gefährdet durch «schwarze Schafe», bei denen die verkauften Emissionsreduktionen auch sonst stattgefunden hätten oder wo grosse lokale Umweltschäden entstanden. Weitere Qualitätskontrollen sind daher für die zweite Verpflichtungsperiode nach 2012 unerlässlich.
Dr. Marco Berg, Geschäftsleiter der Stiftung Klimarappen, ist ein Käufer solcher Zertifikate. Er berichtet über seine Erfahrungen mit den CDMs: Es ist aufwändig, unter den Projekten diejenigen zu identifizieren, welche tatsächlich zusätzliche Emissionsreduktionen generierten. Das Marktrisiko nach 2012 ist wegen unbekannten Zielvorgaben und Preisentwicklung gross. M. Berg sieht im Cap-and-Trade Ansatz Vorteile gegenüber der Lenkungsabgabe, da die Emissions-Menge festgelegt wird und der Preis sich automatisch entwickelt und nicht wie bei der Lenkungsabgabe laufend angepasst werden muss. Demgegenüber schafft die Lenkungsabgabe Anreize für Betriebe und jeden einzelnen, da bei geringen Emissionen Geld zurückfliesst.

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