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Der IPCC Klimabericht und die Welt-Klimakonferenz in Bali: die wichtigsten Aussagen für Politiker

41. Parlamentariertreffen der Gruppe «Klimaänderung» vom 19. Dezember 2007

2007
Dez 19
Veranstaltungsort
Bern

Das monumentale Standardwerk des IPCC zum Thema Klimaänderung wurde an der Klimakonferenz in Bali eingehend diskutiert. Der IPCC-Bericht und die wichtigsten Beschlüsse der Klimakonferenz waren Gegenstand dieses Treffens.
Thomas Stocker, Universität Bern, fasste die wichtigsten wissenschaftlichen Grundlagen zur Klimaänderung zusammen. Die Emissionen der letzten Jahre nehmen noch rascher zu als in den pessimistischsten Klimaszenarien angenommen. Die Menschheit hat es aber immer noch in der Hand, die Erwärmung stark zu bremesen und innerhalb dieses Jahrhunderts zu stabilisieren. Dies braucht jedoch gewaltige Anstrengungen.
Andreas Fischlin, ETH Zürich, berichtete über die Auswirkungen der Klimaänderung mit speziellem Fokus auf die Schweiz. Es bestätigt sich, dass die in der Schweiz beobachteten Veränderungen globaler Natur sind: die Gletschermassen schwinden weltweit; die Permafrostböden nehmen weltweit rasch ab; die Veränderungen der biologischen Systeme können an vielen Beispielen auf die Klimaänderung zurückgeführt werden; die biologische Vielfalt ist in vielen Klimagebieten unter Druck.
Abschätzungen der zukünftigen Auswirkungen zeigen, dass die Ökosysteme, der Wasserhaushalt, die Biodiversität, aber auch die Welternährung und die menschliche Gesundheit weit stärker als bis anhin betroffen sein werden, mit weitreichenden Konsequenzen voraussichtlich auch für die Schweiz.
Bruno Oberle, Direktor des BAFU, fasste die wichtigsten Entscheide der BALI Konferenz zusammen. Im Gegensatz zu den Aussagen in vielen Medienberichten hat die Konferenz wegweisende Durchbrüche gebracht: Alle Industriestaaten beziehen sich auf das ambitiöseste IPCC Klimaziel, das die Treibhausgaskonzentrationen auf 450 ppm beschränkt, was etwa dem EU Ziel von plus 2 Grad entspricht. Bis Ende 2009 sollen die Klimaziele für alle Industriestaaten - eingeschlossen die USA und Australien - festgelegt sein. Trotz hartem Ringen war es anderseits nicht möglich, die Schwellenländer zu bindenden Verpflichtungen zu bewegen. Indien war der grosse Bremsklotz.
Die Schweiz hat einen Adaptationsfond nach dem Verursacherprinzip vorgeschlagen, mit welche Anpassungsmassnahmen im Besonderen in den Entwicklungsländern finanziert werden sollen (Vorschlag Leuenberger).
Die Schweizer Wissenschaft war an der Verfassung des IPCC Berichts stark beteiligt. Neben den zwei Vortragenden in leitender Funktion beteiligten sich 30 Wissenschaftler als Autoren und viele weitere als Gutachter. Die Zusammenfassungen für Entscheidungsträger können bei ProClim für 25 Fr. bestellt werden (für die Schweiz inklusive Versandkosten). Die Zusammenfassungen sind als pdf unentgeltlich auf Deutsch und Französisch erhältlich:

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