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Schwerverkehr durch die Alpen - Einfluss auf Gesundheit und Klima?

20. Treffen der Parlamentarischen Gruppen «Klimaänderung» und «Bergbevölkerung» vom 18. Juni 2002

2002
Jun 18
Veranstaltungsort
Bern

(CR) Die zweimonatige Sperre des Gotthard-Strassentunnels und die gegenwärtig geltenden Dosiersysteme am Gotthard und San Bernardino führten zu Veränderungen beim Schwerverkehrsaufkommen auf der A2 und der A13.

Remo Fehr vom Amt für Umwelt Graubünden in Chur fasste die Erkenntnisse aufgrund der Analysen der Kantone Tessin, Uri und Graubünden zusammen:


  • die Lastwagen (LKW) dominieren in allen Alpentälern die Luftverschmutzung. Das Nachtfahrverbot verringert die Schadstoffbelastung wegen den generell ungünstigeren Durchmischungsprozessen in der Nacht.
  • Die Schadstoff-Immissionen sind in den ganzen Talebenen gross.
  • Die Luftverschmutzung ist in den Alpentälern bei gleichem Verkehr deutlich höher als im Flachland (etwa Faktor 3).
  • Auch die Lärmbelastung ist tendenziell grösser als im Flachland.
  • Massnahmen zum Klimaschutz (Abgasreinigung, Lärmschutz) sind zudem nötig.

Im zweiten Referat diskutierte Prof. Dr. med. Charlotte Braun-Fahrländer vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Uni Basel die gesundheitlichen Auswirkungen der Verkehrs. Aus gesundheitlicher Sicht sind von den Luftschadstoffen vor allem die feinen Partikel von Bedeutung, da sie bis tief in die Atemwege eindringen können. Weniger diskutiert, aber gesundheitlich auch relevant, ist der Lärm.
Die wichtigsten Erkenntnisse dazu sind folgende:
  • Luftschadstoffe erhöhen die Sterblichkeit insbesondere durch Erkrankungen an Atemwegs- und Herzkreislaufkrankheiten. Es bestehen auch Zusammenhänge mit der Säuglingssterblichkeit.
  • Die Wirkungen auf die Atemwege sind besonders Schleimhautreizungen, Entzündungen, Einschränkung der Lungenfunktion, Auslösen von Asthmaanfällen.
  • Die Wirkungen auf das Herzkreislaufsystem sind eine Zunahme des Herzinfarktrisikos und von Herz-Rhythmusstörungen.
  • Ein Erhöhtes Risiko für Lungenkrebs.
  • Die Auswirkungen sind bedeutend, da sie unfreiwillig die gesamte Bevölkerung der Region treffen. Ein regelmässiger Raucher gefährdet sich jedoch zudem in einem wesentlich höheren Masse.
  • Die gesundheitlichen Auswirkungen des Lärms sind nicht vernachlässigbar. Sie reichen von Belästigung über Schlafstörungen bis zu Stressreaktionen.
Das Treffen der parlamentarischen Gruppe Klimaänderung wurde von ProClim- der SANW organisiert.

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Hauptorganisator

ProClim

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Sprachen: Deutsch