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Das Übereinkommen von Paris und die Schweiz

69. Parlamentariertreffen der Gruppe Klimaänderung

2017
Feb 28
Veranstaltungsort
Bern
Die Polregionen erwärmen sich im Zuge des Klimawandels besonders stark (Graphik aus der Präsentation von Prof. Dr. Konrad Steffen)
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Die Polregionen erwärmen sich im Zuge des Klimawandels besonders stark (Graphik aus der Präsentation von Prof. Dr. Konrad Steffen)
Die Polregionen erwärmen sich im Zuge des Klimawandels besonders stark (Graphik aus der Präsentation von Prof. Dr. Konrad Steffen)

Die Schweiz müsse unbedingt eine Vorbildfunktion einnehmen und den CO2-Ausstoss bis 2030 gegenüber 1990 um 50% reduzieren, geben sich die beiden Referenten am 69. Parlamentariertreffen unisono überzeugt. Die Schweiz verantwortet zwar nur einen minimalen Anteil der anthropogen verursachten Klimaerwärmung. Doch hat die Umsetzung des Übereinkommens von Paris gerade für die Schweiz eine gewichtige Bedeutung. Denn die Erwärmung fällt derzeit in der Schweiz doppelt so stark aus wie im globalen Schnitt.

Dr. Franz Perrez, Abteilungschef Internationales beim BAFU zeigt in seinem Referat eingangs die Entwicklung der verschiedenen Klimaabkommen auf. Eine der grossen Errungenschaften des neuesten Abkommens von Paris, das ab 2020 in Kraft tritt, sei der gemeinsame Wille und das gemeinsam formulierte Ziel aller Länder. Entwicklungs- wie Industrieländer wollen die globale Erwärmung bis auf maximal 2°C begrenzen, wenn möglich bis auf 1.5°C. Die Entwicklungsländer erhalten ab 2020 dafür 100 Milliarden Dollar jährlich von den Industrieländern. Für die Schweiz bedeutet dies einen möglichen fairen Anteil von 450-600 Millionen Dollar pro Jahr. Dieser setzt sich zusammen aus 75%-50% Verursacherprinzip und 25%-50% Kapazität.
Perrez plädiert dafür, das gesteckte Ziel – die CO2-Reduktion bis 2030 um 50% im Vergleich zu 1990 – unbedingt anzunehmen. Auf 60% würde Perrez die Reduktion nicht erhöhen, weil dies später zu jeder Zeit noch immer möglich sei. Auch die Option auf 40% zu begrenzen, lehnt der Klimabotschafter vehement ab. Schliesslich solle die Schweiz international mit gutem Beispiel vorangehen und anderen gewichtigen Ländern wie den USA keine Steilvorlage liefern, ihre Ziele ebenfalls zu redimensionieren.

Prof. Dr. Konrad Steffen, Direktor der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL, fokussiert in seinem Vortrag auf die Polregionen. Die Erderwärmung ist am stärksten über den Landmassen und vor allem in den polaren Regionen. Dabei bezeichnet Steffen die Alpen als den dritten Pol unseres Planeten. Die Ursache für die globale Erwärmung liegt im kontinuierlichen Anstieg des CO2-Gehalts in der Atmosphäre. Aktuell sind es 408.5 ppm und die Kurve zeigt immer steiler nach oben. Mit der Erwärmung verbunden ist der Anstieg des Meeresspiegels. Eindrücklich wiegt das Potenzial, das in der Antarktis und in Grönland im Eis schlummert: Ganze 66 Meter könnte der Meeresspiegel ansteigen, wenn beide Eisschilder komplett schmelzen. Der Freiheitsstatue in New York stände dadurch das Wasser bis zur Gürtellinie.
Auch wenn die ambitiösen Ziele der COP21 eingehalten werden können, werden sich die Durchschnittstemperaturen in den Alpen bis Ende des laufenden Jahrhunderts um ca. 4°C erhöhen und rund 50% der Gletscher werden bis dahin verschwunden sein.
Gerade weil die Schweiz vom Klimawandel besonders betroffen ist, sei das Übereinkommen von Paris für uns so wichtig. Daher müsse die Schweiz unbedingt als gutes Vorbild die Marschrichtung angeben.

Die Polregionen erwärmen sich im Zuge des Klimawandels besonders stark (Graphik aus der Präsentation von Prof. Dr. Konrad Steffen)
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Die Polregionen erwärmen sich im Zuge des Klimawandels besonders stark (Graphik aus der Präsentation von Prof. Dr. Konrad Steffen)
Die Polregionen erwärmen sich im Zuge des Klimawandels besonders stark (Graphik aus der Präsentation von Prof. Dr. Konrad Steffen)

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Teaser: Hitzewelle
  • 01.03.2017
  • ProClim
  • Medienmitteilung

Übereinkommen von Paris vermindert Klimafolgen in der Schweiz spürbar

Für die Schweiz ist ein gemeinsames globales Handeln gegen den Klimawandel besonders wichtig, da sie vom Temperaturanstieg überdurchschnittlich stark betroffen ist. Das internationale Klimaübereinkommen der Vereinten Nationen von Paris 2015, dessen Ratifikation morgen Donnerstag der Nationalrat diskutiert, legt den Grundstein für einen global koordinierten Klimaschutz. Gemäss ProClim der Akademie der Naturwissenschaften zeigen wissenschaftliche Studien: In der Schweiz fallen die Auswirkungen beim Erreichen des Pariser Zwei-Grad-Ziels deutlich geringer aus als beispielsweise in einer um drei Grad wärmeren Welt.

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