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Klimawandel: Was kommt im Sommer auf uns zu?

70. Parlamentariertreffen der Gruppe Klimaänderung

2017
Mai 31
Veranstaltungsort
Bern
Die Hitze ist auch für die Schweiz eine Herausforderung (Abbildung aus der Präsentation von Dr. Erich Fischer)
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Die Hitze ist auch für die Schweiz eine Herausforderung (Abbildung aus der Präsentation von Dr. Erich Fischer)
Die Hitze ist auch für die Schweiz eine Herausforderung (Abbildung aus der Präsentation von Dr. Erich Fischer)

Zum schwülen Wetter passend zeigten zwei Referenten auf, welche Sommer-Bedingungen auf die Schweiz zukommen. So werden in Zukunft die Hitzetage immer häufiger und extremer. Gleich-zeitig nehmen die Sommerniederschläge ab und der Trockenstress steigt dadurch an. Das Problem muss nun proaktiv angegangen werden und die heutige Jugend soll als Akteur einbezogen werden.

Dr. Erich Fischer vom Institut für Atmosphäre und Klima der ETH Zürich zeigt es in seiner Präsentation unmissverständlich auf: Hitzerekorde werden immer häufiger und immer extremer. Der Sommer im Jahr 2003 gilt als Paradebeispiel für ein solches Extremereignis. Sehr hohe Temperaturen bringen viele nachteilige Auswirkungen für den Menschen mit sich: Die Arbeitsproduktivität sinkt, das Risiko von Steinschlägen steigt und Kernkraftwerke müssen just dann mangels Kühlwasser heruntergefahren werden, wenn sie für viele Klimaanlagen gebraucht werden. Dazu kommen immer mehr Hitzetote. Allein im Jahr 2003 starben rund tausend Menschen in der Schweiz vorzeitig durch die hohen Temperaturen.

Fischer zeigte weiter, dass die grösste Hitze in der Schweiz vor allem dort auftritt, wo die meisten Menschen leben – nämlich in den Ballungsräumen. In Städten steigt an einem warmen Sommertag das Quecksilber durch den Wärmeinseleffekt gegenüber dem grünen Umland zusätzlich an. So werden in einer Augustnacht im Zentrum von London 6°C höhere Temperaturen gemessen als im Umland. Daher sind Grünparks in Städten zukünftig gefragter denn je. Anpassungsmöglichkeiten an die Sommerhitze gibt es nur bis zu einem gewissen Grad. Im Iran wurden in jüngster Vergangenheit Temperaturen gemessen, bei denen der menschliche Organismus kaum mehr überleben kann.

Prof. Dr. Rolf Weingartner vom Geographischen Institut der Universität Bern gab in seinem Vortrag der Jugend eine Stimme. Während einer Seminararbeit drehten seine Studierenden einen Kurzfilm, der die zukünftige Wassersituation der Schweiz illustriert. Dabei wurde klar, dass die Flüsse der vergletscherten Einzugsgebiete bis in die Mitte des Jahrhunderts mehr Abfluss führen werden, danach aber weniger. Bei den unvergletscherten Einzugsgebieten sieht die Situation jedoch problematischer aus und es ist schon früher mit längeren Niedrigwasserperioden zu rechnen. Zum Schluss des Filmes fordern die Studierenden in ihrem Film zum proaktiven Handeln auf. Hier knüpfte auch Weingartner an, der darauf hindeutete, dass die Folgen des Klimawandels vor allem die zukünftigen Generationen betreffen: Engpässe bei niedriger Wasserversorgung, schlechte Wasserqualität wegen fehlender Verdünnung und Defizitjahre in der Landwirtschaft sind davon nur einige Konsequenzen. Anpassungsstrategien sieht Weingartner in der Raumplanung und in der vermehrten Nutzung von Mehrzweckspeichern. Aber es brauche noch viel grössere Anstrengungen der Politik - auch damit die Schweiz das Emissionsziel von Paris erreichen kann.

Die Hitze ist auch für die Schweiz eine Herausforderung (Abbildung aus der Präsentation von Dr. Erich Fischer)
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Die Hitze ist auch für die Schweiz eine Herausforderung (Abbildung aus der Präsentation von Dr. Erich Fischer)
Die Hitze ist auch für die Schweiz eine Herausforderung (Abbildung aus der Präsentation von Dr. Erich Fischer)

Klimawandel und sommerliche Trockenheit in der Schweiz

Hauptorganisator

ProClim

Weitere Angaben

Sprachen: Deutsch