• 1999
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Treibhausgase: Wir verlassen den Schwankungsbereich der letzten 420'000 Jahre

Climate Press Nr. 6

Treibhausgase: Wir verlassen den Schwankungsbereich der letzten 420'000 Jahre
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Treibhausgase: Wir verlassen den Schwankungsbereich der letzten 420'000 Jahre
Treibhausgase: Wir verlassen den Schwankungsbereich der letzten 420'000 Jahre

Eisbohrkerne aus derAntarktis zeigen, dass gewisse Klimaparameter (Temperatur,Treibhausgase) in den letzen 420'000 Jahren stark variiert haben, aber bestimmte Grenzen nie verlassen worden sind. Auch wenn bezüglich des vergangenen Klimas noch lange nicht alles klar ist, scheinen einige Dinge mittlerweile gesichert: So hoch wie heute waren die Treibhausgaskonzentrationen (CO2 und Methan) in den letzten 420'000 Jahren nie. Auch sind sie in dieser Zeit nie so schnell angestiegen wie in den letzten hundert Jahren.

Die Beendigung der Eisbohrungen an der Vostok-Station in der Antarktis erlaubt die Ausdehnung der Klimazeitreihe auf die letzten vier Eiszeit-Warmzeit-Zyklen, d.h. auf die letzten ca. 420‘000 Jahre. Die Schwankungen der Temperaturen in der Antarktis und der atmosphärischen Treibhausgaskonzentrationen (CO2 und Methan) sind in jedem Zyklus ähnlich und bewegen sich innerhalb stabiler Grenzen (Schwankung der mittleren Temperatur in der Antarktis um bis zu 12°C). Ein grosser Teil dieser Veränderungen verläuft parallel zu den Schwankungen der Erdbahnparameter (z.B. Form der Erdbahn um die Sonne, Schiefe der Erdachse). Am ausgeprägtesten tritt die Periodendauer von ca. 100‘000 Jahren hervor. Nicht immer reagiert das Erdklima auf diese Veränderungen genau gleich. Vor allem ändert sich das Klima häufig viel schneller als diese Parameter. Es sind also noch andere Einflussfaktoren im Spiel. Auffallend ist die gute Korrelation zwischen den antarktischen Temperaturen und der CO2-Konzentration, wobei letztere häufig hintennachzuhinken scheint und die Temperaturveränderungen nachträglich verstärkt (positive Rückkopplung). Dass wie in diesem Jahrhundert die CO2-Konzentration vor der oder parallel zur Temperatur ansteigt, ist also ebenfalls aussergewöhnlich. Die Abfolge von Eis- und Warmzeiten verläuft immer etwa ähnlich. Heute scheinen wir aus diesem regelmässigen Muster auszubrechen: Methan- und CO2-Konzentrationen waren noch nie so hoch wie heute, der Anstieg verlief noch nie so schnell (in hundert Jahren etwa so viel wie sonst in tausend). Für die Entwicklung des Menschen bedeutend, aber nicht von ihm beeinflusst ist die Tatsache, dass die gegenwärtig andauernde Warmperiode mit bisher 11‘000 Jahren bei weitem die längste im untersuchten Zeitraum ist.

Quelle: ProClim/ OcCC (Hrsg.) 1999. Treibhausgase: Wir verlassen den Schwankungsbereich der letzten 420'000 Jahre. Climate Press. Hintergründe der Klima- und Global Change Forschung, Nr. 6.

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