• 15.10.2018
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Lieber solide Ergebnisse als viele

Qualitäts- und Leistungsbeurteilung in der Wissenschaft

Change: Wandel in der Wissenschaftskultur
Bild: Gilles Nikles (SAGW)
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Change: Wandel in der Wissenschaftskultur
Change: Wandel in der Wissenschaftskultur (Bild: Gilles Nikles (SAGW))

Das Wissenschaftssystem wächst, denn Produktivität wird belohnt. Was in der Wirtschaft sinnvoll sein kann, führt in der Wissenschaft zu Fehlanreizen. Die Qualität wissenschaftlicher Ergebnisse kann teils nicht mehr ausreichend gesichert werden. Gerade in Zeiten von Fake News darf das Vertrauen in die Wissenschaft aber nicht gefährdet werden. Die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften und die Akademie der Naturwissenschaften plädieren in einer eben veröffentlichten Publikation für Qualität vor Quantität.

Das Wissenschaftssystem ist in Schieflage geraten. Getrieben von Wettbewerbsdruck und Leistungsmessung zählt heute insbesondere, was sich zählen lässt: viele Publikationen und viele Zitierungen. Das verleitet dazu, häufig und schnell Ergebnisse zu veröffentlichen. So werden beispielsweise Teilergebnisse bereits vor dem Ende einer Studie kommuniziert. Die Folgen sind unabsichtliche Falschmeldungen und eine Flut von Publikationen.

Debattieren statt zählen

Dabei lässt sich Forschungsqualität nicht allein mit quantitativen Kriterien messen. Dr. Marlene Iseli von der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW) bestätigt: «Rund 50% der Kriterien, die Forschende der Geisteswissenschaften als wesentlich für die Beurteilung von Forschungsqualität erachten, sind nicht in Zahlen messbar». In der eben erschienenen Publikation «Zur Diskussion: Qualität vor Quantität» erinnern die SAGW und die Akademie der Naturwissenschaften (SCNAT) an die Prinzipien einer funktionierenden Wissenschaft und fassen bereits diskutierte Massnahmen zusammen. Mit der Umsetzung sollte nicht gezögert werden, will man nicht die Glaubwürdigkeit wissenschaftlicher Befunde aufs Spiel setzen. «Es ist an der Zeit, dass im universitären Feld Ergebnisse wieder debattiert und nicht gezählt werden», so der SAGW-Generalsekretär Dr. Markus Zürcher. Einen Anfang macht die SCNAT: Am 21. November stellt sie neue Formen der Beurteilung wissenschaftlicher Arbeit zur Diskussion.

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Beyond impact factor, h-Index and university rankings: Evaluate science in more meaningful ways

The conference aims to:
• Highlight the limitations of metrics in capturing scientific quality and the resulting pressure on the quality of scientific output;
• Present assessment approaches - San Francisco Declaration on Research Assessment DORA, Leiden Manifesto for Research Metrics - that challenge conventional metrics;
• Consider whether steps are necessary to maintain the high quality of the Swiss science landscape long-term.
Zur Diskussion: Qualität vor Quantität
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Zur Diskussion: Qualität vor Quantität

Mit dem New Science Regime bestimmen seit der Jahrhundertwende der Wettbewerb und die Leistungsmessung die wissenschaftliche Praxis. Zunehmend stellt sich die Frage, ob der Output hinreichend nach wissenschaftlichen Prinzipien validiert und diskutiert wird. Auf internationaler und nationaler Ebene werden daher seit geraumer Zeit Alternativen zu den dem New Science Regime zugrunde liegenden Steuerungsmechanismen entwickelt. Längst ist bekannt, was zu tun ist, um eine qualitativ hochstehende, originelle und kreative Forschung zu fördern – ein Richtungswechsel ist angezeigt und dieser muss von den Forschenden selbst eingeleitet werden.

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