Peter Kürsteiner

Poträtfoto Peter Kürsteiner
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Poträtfoto Peter Kürsteiner
Poträtfoto Peter Kürsteiner

Leidenschaftlicher Sammler und Publizist ohne Höhenangst

Anlässlich ihrer 96. Jahresversammlung in Bolca (Veneto, Italien) verleiht die Schweizerische Paläontologische Gesellschaft am 26. August 2017 die Amanz Gressly-Auszeichnung an Dr. Peter Kürsteiner für seine Verdienste rund um die Sammlung von Fossilien im paläontologisch bislang eher stiefmütterlich bearbeiteten Gebiet rund um den Säntis. Seine Sammlung bietet eine reichhaltige Grundlage für neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Besonders verdient gemacht hat er sich als Initiator, Verfasser und Herausgeber verschiedener Bücher zu historischen, mineralogischen und mit dem im März 2018 erscheinenden Buch «Fossilien im Alpstein – Kreide und Eozän der Nordostschweiz» auch paläontologischen Themen rund um den Alpstein. Letzteres, wie auch die von ihm betriebene website www.geo-alpstein.ch bietet Forschern wie interessierten Laien einen umfassenden Überblick über die Kreidefossilien der Ostschweiz.



Kurzbiographie

Von Haus aus ist Peter Kürsteiner Tierarzt. Zusammen mit seiner Frau Käthi betreibt er in Uzwil eine Gross- und Kleintier-Praxis. Zu seiner täglichen Arbeit gehören neben der medizinischen Behandlung von Hunden und Katzen auch diejenige von Nutztieren auf den landwirtschaftlichen Betrieben der Region.

Peter Kürsteiner ist in Herisau aufgewachsen. Im Alter von 13 Jahren kam er über einen Kollegen das erste Mal mit Mineralien in Kontakt. Das habe ihm sofort den «Ärmel hineingezogen», wie er sich 2008 in einem Interview mit dem St.Galler Tagblatt äusserte. Seit seiner Jugend ist er ein begeisterter Strahler und Sammler. Sein Fokus liegt dabei auf den Schweizer Mineralien und besonders den Alpstein-Mineralien. In seinem Haus hat er dazu im Laufe der Jahre eine beachtliche Sammlung mit grossen und kleinen Kristallen aufgebaut, welche in zahlreichen Glasvitrinen zu bewundern sind.

2003 begann sich Peter Kürsteiner den Fossilien des Alpsteins zu widmen. Zusammen mit Karl Tschanz führte er dazu unzählige Begehungen im ganzen Gebiet durch und sammelte nach systematischen Kriterien die dort vorkommenden Fossilien. Den grössten Teil davon hat er selber präpariert. Schwierigere Objekte lässt er durch ausgebildete Fachleute präparieren. So sind im Laufe der Zeit viele besondere Objekte zusammengekommen.

Damit eine Sammlung wissenschaftlich wertvoll ist und für die Forschung verwendet werden kann, braucht es neben den sorgfältig präparierten Objekten auch eine genaue Beschreibung von deren Herkunftsort. Ziel von Peter Kürsteiner ist es, eine repräsentative Sammlung von Fossilien des Alpsteins aufzubauen und diese entsprechend zu dokumentieren. Dieses Ziel hat er mittlerweile zu einem grossen Teil erreicht.

Sein Wissen teilt Peter Kürsteiner gerne auch mit anderen. So hat er zusammen mit Hans Stünzi und Marco Filipponi 2004 ein Buch über die Kristallhöhle Kobelwald herausgebracht. Diesem folgte 2007 zusammen mit Michael Soom ein Buch über die Mineralien des Alpsteins, zu welchem im selben Jahr im Naturmuseum St. Gallen eine dazugehörige Sonderausstellung präsentiert wurde. Dank seinem Engagement ist es bereits mehrfach zu einer Kooperation mit Forschern der Universität Zürich und engagierten Privatforschern gekommen. Langfristig sollen seine paläontologischen Fundstücke in den Bestand des Naturmuseum St. Gallen integriert werden.

Schon früh hat sich Peter Kürsteiner als Mitglied im Mineralogischen Verein St.Gallen für die Sammlungen des Naturmuseum St. Gallen interessiert. Als freier Mitarbeiter beschäftigt er sich mit deren Aufarbeitung. Dieses Interesse am Museum führte dazu, dass er 2009 das Präsidium des Vereins «Freunde des Naturmuseums St. Gallen» übernahm. Zudem wurde er 2012 in den Stiftungsrat der damals neu gegründeten Stiftung Naturmuseum St.Gallen gewählt. Seit diesem Jahr ist er in diesem Gremium Vize-Präsident. Weiterhin ist er Präsident der Fachkommission der Mineraliensammlung der Bertold-Suhner-Stiftung.


Referenzen

KÜRSTEINER, P. STÜNZI, H. & FILIPPONI, M. 2004. Die Kristallhöhle Kobelwald. Verkehrsverein Kobelwald. Oberriet.

KÜRSTEINER, P. & SOOM, M. 2007. Mineralien im Alpstein. Appenzeller Verlag. Schwellbrunn.

SULSER, H. GARCIA-RAMOS, D. KÜRSTEINER, P. & MENKVELD-GFELLER, U. 2010. Taxonomy and palaeoecology of brachiopods from the South-Helvetic zone of the Fäneren region (Lutetian, Eocene, NE Switzerland). Swiss Journal of Geosciences 103, 257-272.

SULSER, H. FRIEBE, G. & KÜRSTEINER, P. 2013. Little-known brachiopods from the Cretaceous of the Helvetic realm of NE Switzerland (Alpstein) and W Austria (Vorarlberg). Swiss Journal of Geosciences 106, 397-408.

KÜRSTEINER, P. 2014. The Cretaceous of the Alpstein. 9. International Symposium Cephalopods - Present and Past and 5. International Coleoid Cephalopods through Time. Field Guide to the excursions. Paläontologisches Institut und Museum Universität Zürich, September 2014, 43-50.

KÜRSTEINER, P. & BÜRGIN, T. 2014. Der Alpstein und seine Fossilien. In: Büchler Hans: Der Alpstein. Natur und Kultur im Säntisgebiet. Appenzeller Verlag, Herisau, 70-77.

KÜRSTEINER, P. & SULSER, H. 2015. Die Brachiopoden des Alpsteins - eine Übersicht. Berichte der St. Gallischen Naturwissenschaftlichen Gesellschaft 92, 243-258.

TAIJKA, A. KÜRSTEINER, P. PICTET, A. LEHMANN, J. TSCHANZ, K. JATTIOT, R. & KLUG, C. 2017. Cephalopod associations and palaeoecology of the Cretaceous (Barremian-Cenomanian) succession of the Alpstein, northeastern Switzerland. Cretaceous Research 70, 15-54.

TAIJKA, A. KÜRSTEINER, P. & KLUG, C. 2017: Ecological disparity is more susceptible to environmental changes than familial taxonomic richness during the Cretaceous in the Alpstein region (northeastern Switzerland). Swiss Journal of Palaeontology zz, xxx-yyy.

KÜRSTEINER, P. & KLUG, C. (Herausgeber). 2018. Fossilien im Alpstein - Kreide und Eozän der Nordostschweiz. Appenzeller Verlag. Schwellbrunn.