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Klima und Landwirtschaft

Klimaveränderung: Chancen – Risiken – Verantwortung

2003
Mai 21

(gm) Die Tagung vom 8. Mai 2003 in Bern «Klima und Landwirtschaft, Klimaveränderung: Chancen - Risiken - Verantwortung» hatte zum Ziel, das Fachwissen aus der Klimaforschung der praktischen Landwirtschaft zugänglich zu machen und die Fragen und Bedürfnisse der Praxis in der Forschung aufzunehmen. Die Teilnehmenden waren vorwiegend landwirtschaftliche Berater, Dozenten und Vertreter aus Verbänden und der Verwaltung. Die Tagung wurde gemeinsam von SVIAL (Schweiz. Verband der Ingenieur-AgronomInnen u. Lebensmittel-IngenieurInnen), FAL (Eidg. Forschungsanstalt für Agrarökologie und Landbau), dem NCCR Climate und ProClim organisiert.

Beiträge
Prof. Heinz Wanner von der Universität Bern stellte in seinem Vortrag zur Variabilität von Klima und Wetter in der Schweiz klar dar, dass jedes Ereignis ein «Cocktail» aus den Antriebsfaktoren Sonne, Vulkane, Treibhausgase/Aerosole, Oberflächenveränderungen und den internen Schwankungen wie El Niño und Nordatlantische Oszillation ist. Vor allem in unseren Breiten ist die Variabilität von Klima und Wetter so gross, dass es dem raschen Betrachter oft schwer fällt, überhaupt einen Trend auszumachen.

Das Klima 2050 wird Chancen und Risiken für die Landwirtschaft mit sich bringen. Prof. Jürg Fuhrer von der Eidg. Forschungsanstalt für Agrarökologie und Landbau zeigte in seinem Referat für den Pflanzenbau eine Tendenz zu günstigeren Anbaubedingungen in der Schweiz bis 2050. Die positive Ertragswirkung zunehmender CO2 Konzentrationen (CO2-Düngung) wird jedoch im Ackerbau durch die steigende Temperaturzunehmend vermindert (ca 10% pro Grad). Eine Zunahme der Bodenaustrocknung besonders in der 1. Jahreshälfte ist ab 2050 wahrscheinlich, was zu tieferen Erträgen im Acker- und Futterbau führen kann. Interessant scheinen Optionen für neue Kulturen wie z.B. den Weinbau, für den das Anbaugebiet grösser wird und spätreifende südländische Rebsorten auch nördlich der Alpen möglich werden. Die Klimaveränderung birgt jedoch auch hier Risiken wie die Förderung tierischer und pilzlicher Schädlinge bei wärmeren Sommern.

Prof. Martin Beniston von der Universität Fribourg präsentierte in seinem Vortrag «Les extrêmes climatiques dans un climat futur: scénarios et impacts possible» in französischer Sprache einen Überblick zur Problematik der Extremereignisse. Interessante Aspekte zu den Möglichkeiten und Grenzen saisonaler Wetterprognosen stellte PD Dr. Christof Appenzeller von der MeteoSchweiz dar. Anschliessend rundete Dr. Jens Leifeld von der Eidg. Forschungsanstalt für Agrarökologie und Landbau mit seinem politisch aktuellen Beitrag zur Senkenfrage » Carbon farming - Eine neue Option für die Bauern?» die Tagung Klima und Landwirtschaft thematisch ab.

In der Schlussdiskussion am Nachmittag wurde erwähnt, dass einige Schweizer Bauern die Klimaerwärmung und die höheren CO2-Werte in der Luft als positiv für die Landwirtschaft betrachten. Sorgen bereiten ihnen jedoch die Extremereignisse wie Trockenheit oder Starkniederschläge, die infolge der Klimaveränderung wahrscheinlich zunehmen werden. Die Teilnehmer aus der Praxis signalisierten, dass für sie Forschungsarbeiten zu Niederschlags- und Temperaturentwicklungen sowie zu Extremereignissen nützlich sind.

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Hauptorganisator

ProClim

Weitere Angaben

Sprachen: Deutsch