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1. Symposium Anpassung an den Klimawandel: Handlungsbedarf für Forschung und Praxis

Symposium in Bern

2009
Nov 20
Veranstaltungsort
Bern
Teaser: Anpassung an den Klimawandel: Handlungsbedarf für Forschung und Praxis
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Teaser: Anpassung an den Klimawandel: Handlungsbedarf für Forschung und Praxis
Teaser: Anpassung an den Klimawandel: Handlungsbedarf für Forschung und Praxis

Am 13.11.2009 versammelten sich in Bern Experten aus Forschung, Verwaltung und Praxis zu einem wissenschaftlichen Austausch betreffend Anpassungsmassnahmen im Zuge des Klimawandels. Die Veranstaltung wurde vom OcCC [1] (Beratendes Organ für Fragen der Klimaänderung) zusammen mit ProClim- [2] (Forum für Klima und globalen Wandel der Akademie der Naturwissenschaften), dem BAFU [3], der MeteoSchweiz [4] sowie der PLANAT [5] (Nationale Plattform Naturgefahren) organisiert.

Nach einer wissenschaftlichen Einführung betreffend den zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels global und in der Schweiz wurden notwendige Anpassungsmassnahmen in verschiedenen Sektoren thematisiert. Diese umfassten den Tourismus, die Versicherungsbranche, den Gesundheitssektor und die Wassernutzung.

Klar wurde, dass sich der Tourismus auf veränderte Rahmenbedingungen einzustellen hat und relativ schnell auf ein sich veränderndes Umfeld reagieren kann. In diesem Zusammenhang wurde das technische Beispiel der Beschneiung genannt. Aber auch Angebotsanpassungen wie der gesamte Wellness-Bereich sind eigentlich im Zusammenhang einer Diversifikationsstrategie auf der Angebotsseite zu sehen.

Ähnlich agiert die Versicherungsbranche, allerdings noch verstärkt proaktiv und nicht als Reaktion auf einen sich abzeichnenden Wandel. Die Versicherungen handeln somit bereits heute vorausschauend, planend und fokussiert auf ein sich möglicherweise veränderndes Schadensbild aufgrund verschiedenster Faktoren, darunter auch des Klimas.

Auf gesellschaftlicher Ebene und im Gesundheitsbereich werden mit Empfehlungen betreffend Hitzewellen auch bereits erste Anpassungsmassnahmen umgesetzt. Diese können sich auch an bereits bestehenden Strategien mediterraner Länder orientieren.

Obwohl das Wasserdargebot auch unter veränderten Klimabedingungen in der Schweiz sehr hoch bleiben wird, muss in Zukunft mit einer verstärkten Variabilität bei den verfügbaren Ressourcen gerechnet werden. Dies kann zu Konkurrenzsituationen führen. Eine grundlegende Änderung weg von einer bisher nachfrageorientierten Wasserpolitik hin zu einem angebotsorientierten Umgang mit den Wasserressourcen wird eine verstärkte Planung notwenig machen und somit auch entstehende Konflikte entschärfen helfen.

Wie im Abschluss von Seiten des BAFU gezeigt wurde, ist die Schweiz dabei, eine nationale Anpassungsstrategie zu entwickeln. Dass wir dabei nicht unbedingt eine Vorreiterrolle in Europa einnehmen, wurde durch die Präsentation der bereits existierenden schwedischen Anpassungsstrategie klar.

In drei Kurzworkshops wurden Anpassungsfragen betreffend “Extremereignissen” - “schleichenden Veränderungen in der Forst- und Landwirtschaft” und “no-regret Massnahmen im Bausektor” vertieft behandelt. Bei allen Themen zeigte sich, dass Handlungsbedarf besteht, verstärkt Forschung, Praxis und Verwaltung zu vernetzen. Dies zeigte sich beispielsweise bei Fragestellungen, wie mit sich verändernden Häufigkeiten von Extremereignissen bei der Planung des Hochwasserschutzes umzugehen ist. In der Forstwirtschaft scheint übereilter Aktivismus nicht angezeigt. Aufgrund der langen Produktionszeiträume ist ein pragmatisches, iteratives Vorgehen im Sinne des adaptiven Managements sinnvoll. In der Landwirtschaft steigt das Risiko ohne Anpassung von heute 28% auf 80% im Jahr 2100. Ein zukünftiges Risikomanagement sollte somit eine Änderung in der Bewirtschaftung sowie neue Sorten / Kulturen und Infrastrukturanpassungen beinhalten. Auch im Bausektor wurde klar, dass aus Sicht der Wissenschaft ein grosses Potenzial für Anpassungs- und Minderungsmassnahmen besteht, die sich längerfristig auch wirtschaftlich lohnen. Diese Erkenntnisse gilt es möglichst rasch und gut in die Praxis umzusetzen. Um dies optimal zu unterstützen müssen aber auch auf Verwaltungs- und Politikebene die nötigen Rahmenbedingungen forciert aufgebaut werden.

Die Zusammenarbeit „Forschung – Verwaltung – Praxis“ muss aus Sicht eines Rückblicks auf diese Veranstaltung auch künftig gefördert werden.



Präsentationen des Symposiums [6]

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weitere Informationen: www.occc.ch/symposium_anpassung.html

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