• 01.09.2020
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  • Steuerungsgruppe Nachhaltigkeitsforschung

Die prioritären Forschungsthemen für eine nachhaltige Entwicklung

Gute Noten für die Forschungsagenda der SCNAT

Bergbau in Namibia
Bild: Wikipedia
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Bergbau in Namibia
Bergbau in Namibia (Bild: Wikipedia)

Unter der Leitung der SCNAT entwickelt die Initiative für Nachhaltigkeitsforschung prioritäre Schwerpunktthemen für die Forschung für nachhaltige Entwicklung in der Schweiz. Namhafte Expertinnen und Experten gaben der Forschungsagenda anlässlich des Review-Meetings nun sehr gute Noten. Vor allem der systemische Ansatz wurde gelobt. Gleichzeitig wurde die Autorenschaft ermutigt, einen noch stärkeren Fokus auf die Frage nach möglichen Veränderungspfaden zu legen.

Wie funktioniert eine Ökonomie, die sich der nachhaltigen Entwicklung verschrieben hat, und wie stärken wir eine breite Auseinandersetzung mit dieser Frage? Wie können wir den vielfältigen und globalen negativen Auswirkungen unserer Ernährungsweise entgegenwirken? Wie werden wir so schnell wie möglich eine klimaneutrale Gesellschaft und was heisst das genau? Wie können wir mit unserem Raum umgehen, so dass der ökologische Fussabdruck stimmt und sich Stadt und Land nicht entfremden? Und auf welche sozialen Werte wollen wir uns verpflichten, um Visionen und Transformationspfade zu skizzieren und zu realisieren? Dies sind zentrale Fragen der fünf Themenkomplexe, welche die Initiative für Nachhaltigkeitsforschung der SCNAT gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der wissenschaftlichen Community als wichtige zukünftige Forschungsprioritäten identifiziert hat. Ein Austausch der federführenden Steuerungsgruppe mit namhaften Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland hat die Themenwahl bestätigt.

Synergien und Dilemmas

Die Fachpersonen aus Wissenschaft und Praxis gaben der Forschungsagenda anlässlich des Review-Meetings anfangs Juli sehr gute Noten. Der systemische Ansatz, der als sechstes Thema noch speziell hervorgehoben wird, wurde sehr begrüsst. Dieses zusätzliche Kapitel stellt die Dilemmas und Synergien, die sich durch die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen Nachhaltigkeitszielen ergeben, ins Zentrum.

Die Reviewer ermutigten die Autorinnen und Autoren der Forschungsagenda auch, einen noch stärkeren Fokus auf die Frage nach möglichen Transformationspfaden zu legen. Weiter regten sie an, Fragen der Demografie, Gesundheit, Digitalisierung und künstlichen Intelligenz, der Finanzmärkte und des sozialen Zusammenhalts beziehungsweise der sozialen Erosion und der unter Druck stehenden Demokratie noch stärker mit aufzunehmen.

Die Schweiz im globalen Kontext

Die Expertinnen und Experten waren sich auch einig, dass die thematisierten Herausforderungen für die Schweiz stark in einem globalen Kontext zu sehen sind. So soll es etwa beim Ernährungs- oder beim Wirtschaftssystem darum gehen, was angesichts unserer hyperglobalisierten Welt in, mit und durch die Schweiz anders gestaltet werden kann. Dem Umstand, dass wir uns in einer Zeit starker Veränderungen und Umbrüche befinden – vor Augen geführt durch die Covid-19-Krise oder die Black-Lives-Matter-Bewegung – soll dadurch Rechnung getragen werden, dass die Forschungsagenda Roadmap-Charakter haben und laufend ergänzt und aktualisiert werden soll.

Zusammenarbeit im Akademien-Verbund

Weiter wurde angeregt, die Fragen der sozialen Gerechtigkeit differenzierter zu nennen. Nicht nur diesbezüglich ist die Zusammenarbeit der SCNAT mit den Schwesterinstitutionen im Verbund der Akademien Schweiz zentral. Auch zum Thema nachhaltiger Konsum und Ernährung ergeben sich spannende Synergien, wie sich am Review-Treffen zeigte. Die Ergebnisse der Expertenberatung fliessen in die Überarbeitung der einzelnen Kapitel des Whitepapers ein, mit dem anfangs Dezember 2020 die «Priority Topics» vorgestellt werden.

Die fünf Themen im Überblick:

  • Ökonomie des Wohlergehens – Wirtschafts- und Finanzsysteme, die der nachhaltigen Entwicklung dienen
  • Nachhaltige Ernährungssysteme, Ökologie- und sozialverträglich – Visionen und Umsetzung
  • Gesellschaft mit netto null Treibhausgasemissionen – wie realisieren wir die Dekarbonisierung?
  • «Thriving Spaces» oder der Umgang mit unserem Raum – Mobilität und Transport, Wohnen und Arbeiten, soziale Gräben, Landnutzung
  • Werte, Visionen, Transformationspfade – Definition von Wohlergehen als Grundlage der Transformation hin zu einer nachhaltigen Entwicklung

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Dr. Gabriela Wülser
SCNAT
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