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DEZA – Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit

ProClim Flash 68

ProClim Flash 68: DEZA – Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit
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ProClim Flash 68: DEZA – Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit
ProClim Flash 68: DEZA – Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Bild: ProClim; DEZA)

Eine Welt ohne Armut und in Frieden mit ausreichenden Naturressourcen für alle: So lässt sich der Auftrag der
Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) kurz umschreiben. Doch der Klimawandel stellt die internationale Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz vor grosse Herausforderungen. Was ist zu tun?

Klimawandel und Entwicklung

Die Auswirkungen des Klimawandels kennen keine geographischen Grenzen. Sie treffen die gesamte Weltbevölkerung. Allerdings leiden weniger privilegierte und besonders verletzliche Bevölkerungsgruppen deutlich stärker. Die sich verändernden Temperaturen und Niederschläge sowie die Zunahme an Häufigkeit und Intensität von Naturkatastrophen bedrohen ihre Lebensweise und -grundlagen. Sie sind meist nicht in der Lage, sich den neuen klimatischen Verhältnissen ausreichend anzupassen und können sich von einer Katastrophe oftmals nicht mehr aus eigener Kraft erholen.

Der Klimawandel verschärft die Armut, beeinträchtigt eine nachhaltige globale Entwicklung und gefährdet bereits erreichte Fortschritte der Entwicklungszusammenarbeit. Er ist zu einer Schlüsselherausforderung für die DEZA geworden.

Globale Herausforderungen – Globale Ansätze

Um diesem weltweiten Phänomen zu begegnen hat die DEZA vor zehn Jahren das Globalprogramm Klimawandel und Umwelt ins Leben gerufen. Dieses will eine treibhausgasarme und langfristig klimaverträgliche Entwicklung sowie den Zugang zu umweltfreundlicher Energie für alle fördern. Schwerpunkte sind:

  • das Engagement in der internationalen Klimapolitik und -finanzierung inklusive Finanzbeiträge im Grünen Klimafonds (www.greenclimate.fund) sowie im UN-Anpassungsfonds (www.adaptation-fund.org);
  • die Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien sowie die Bekämpfung von Luftverschmutzung;
  • die Stärkung der Widerstands- und Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel sowie die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen insbesondere von Wäldern und Bergregionen sowie
  • die Unterstützung bei der Berücksichtigung von Klimawandel- und Umweltaspekten in anderen Tätigkeitsfeldern der DEZA sowie ihrer Partner.

Das Globalprogramm Klimawandel fördert bewusst innovative Projekte mit weitreichender Hebelwirkung. Es beteiligt sich an internationalen Projekten und führt Aktivitäten in unterschiedlichen Regionen und mit verschiedenen Ländern durch. Dazu gehören auch Lateinamerika, China und Indien, da solche Akteure aufgrund ihres rasanten wirtschaftlichen Wachstums einen hohen Energie- und Ressourcenbedarf haben. Durch intelligente Anschubfinanzierungen – gekoppelt mit wirksamen politischen Massnahmen – können in aufstrebenden Wirtschaftsmächten massgebliche Beiträge an den Klima- und Umweltschutz geleistet werden.

Beispiel: Energieeffizientere Gebäude in Indien

Der indische Bausektor erlebt einen beispiellosen Boom. Die Gesamtgeschossfläche dürfte sich nämlich bis 2035 verdoppeln. Aktuell beträgt der Anteil der Gebäude am landesweiten Stromverbrauch 33 Prozent. Mit diesem Wachstum und dem steigenden Stromverbrauch in Städten – vor allem Klimaanlagen – werden Gebäude bald die grössten Energiekonsumenten Indiens sein. Dies bietet auch Chancen, um Energie und CO2 einzusparen.

In Partnerschaft mit dem indischen Energieministerium hat daher die DEZA das «Building Energy Efficiency Projekt» (BEEP) entwickelt. Dieses will mittels Planung effizienter und thermisch komfortabler Gebäude den Energieverbrauch neuer Gewerbebauten, Wohnhäuser und öffentlicher Gebäude senken. In zehn Jahren Zusammenarbeit zwischen Schweizer und indischen Fachexpertinnen und Fachexperten wurden markante Fortschritte sowohl in Gebäudedesign und -technologie als auch auf politischer Ebene und im Wissenstransfer erzielt.

Infolge der technischen Beratung bei 22 Bauprojekten, bei welchen Energieeinsparungen von 25 bis 40 Prozent erzielt werden konnten, wurde die Schweiz angefragt, um bei der Ausarbeitung der ersten Bauvorschriften für ganz Indien durch die Regierung mitzuwirken. Diese Bauvorschriften dürften zu einer Reduktion von bis zu 40 Prozent der zur Kühlung von Gebäuden benötigten Energie führen, was ein wichtiger globaler Beitrag an den Klimaschutz darstellt.

In den vorgesehenen weiteren Ausgaben des Engagements der DEZA im Kampf gegen den Klimawandel werden spezifische Anstrengungen im Bereich der multilateralen Zusammenarbeit und Klimafinanzierung (Teil 2), das konkrete Engagement im Adaptations- und Mitigationsbereich (Teil 3) sowie das thematische Netzwerk «Klimawandel & Umwelt» (Teil 4) vorgestellt.

Kontakt: Daniel Maselli & Lauriane Bolomey, gpcce@deza.admin.ch

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