• 2015
  • Bericht

Kohlenstoffrisiken für den Schweizer Finanzplatz

Studie im Auftrag des BAFU zu Geldanlagen in treibhausgasintensive Unternehmen

Publikation: Kohlenstoffrisiken für den Finanzplatz Schweiz: Kohlenstoffrisiken für den Schweizer Finanzplatz
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Publikation: Kohlenstoffrisiken für den Finanzplatz Schweiz: Kohlenstoffrisiken für den Schweizer Finanzplatz
Publikation: Kohlenstoffrisiken für den Finanzplatz Schweiz: Kohlenstoffrisiken für den Schweizer Finanzplatz

Viele Anleger investieren in beträchtlichem Umfang in treibhausgasintensive Unternehmen und in fossile Energieträger. Darunter auch die Pensionskassen. Wenn die globalen Treibhausgasemissionen so eingeschränkt werden, wie dies zur Erreichung des klimapolitischen 2-Grad-Ziels nötig ist, tragen die Investoren in CO2-intensive Unternehmen mittelfristig ein potenziell signifikantes Risiko. Das Bundesamt für Umwelt BAFU hat diese so genannten Kohlenstoffrisiken im Rahmen einer Studie erstmals für die Schweiz abgeschätzt. Die Studie liefert eine erste Abschätzung der finanziellen Risiken für den Aktienfondsmarkt und für Pensionskassen.

In der Studie wurden die 100 grössten Schweizer Aktienfonds, die Aktienfonds der systemrelevanten Banken sowie die Aktienportfolios ausgewählter Pensionskassen auf ihre Treibhausgasintensität hin geprüft. Zudem wurde ermittelt, in welchem Ausmass wichtige Finanzmarktindizes fossile Energien enthalten. Die Portfolios wurden nach dem Konzept der finanzierten Treibhausgasemissionen bewertet. Demgemäss werden die Klimawirkungen entsprechend des Besitzanteils am Unternehmen zugewiesen.

Zum heutigen Zeitpunkt finanziert der Schweizer Aktienfondsmarkt Emissionen von gut 52,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (CO2eq) im Ausland. Dies entspricht in etwa dem Schweizer Austoss im Jahr 2013. Betrachtet man spezifisch die Pensionskassen und deren ausländische Aktien, so sind Emissionen von rund 25 Millionen Tonnen CO2eq oder 6,4 Tonnen pro versicherte Person damit verbunden.
Wenn diese CO2-Emissionen künftig mehr kosten, ergibt sich daraus ein potenzielles Risiko. Je nach CO2-Preisszenario ergeben sich Kosten für den Schweizer Aktienfondsmarkt zwischen 1 und 6,75 Milliarden Franken, wobei der obere Wert gut einem Prozent des Bruttoinlandprodukts der Schweiz entspricht. Müssten die Pensionskassen ihre CO2-Kosten tragen, entspräche dies im höchsten Preisszenario rund einem Fünftel der aktuell pro Jahr ausbezahlten Altersrenten.

Risiken durch höhere CO2-Kosten werden von den meisten Schweizer Anlegern heute noch kaum berücksichtigt. Mit seinen Investitionen in die globalen Finanzmärkte unterstützt der Finanzplatz Schweiz so ein globales Klimawandelszenario von 4 bis 6 Grad Celsius. Auffällig ist, dass in der Regel zwei Branchen (konventionelle Energieversorgungs- und Indust- rieunternehmen) durchschnittlich 50% aller finanzierten CO2-Emissionen verursachen.

Angesichts des hohen Anteils des Finanzsektors am gesamten Schweizer BIP und der internationalen Bedeutung des Schweizer Finanzplatzes besteht laut der Studie Handlungsbedarf.

Quelle: Medienmitteilung vom Bundesamt für Umwelt. Zusammenfassung der Studie "Kohlenstoffrisiken für den Finanzplatz Schweiz" [1]

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