Siedlungsraum

Naturgarten
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In der Schweiz verlief die Verstädterung bis Mitte des 20. Jahrhunderts eher zögerlich, danach aber umso rasanter. Heute leben drei Viertel der Schweizer Bevölkerung in urbanen Gebieten. Seit 1970 hat sich die bebaute Fläche fast verdoppelt. Dadurch geht landwirtschaftlich nutzbarer Boden verloren, naturnahe Lebensräume werden zerstört oder in kleine Fragmente zerschnitten und zahlreiche Arten gefährdet.

Der Siedlungsraum ist aber auch Lebensraum für Tiere und Pflanzen: Siedlungen mit naturnahen Grünflächen und vielen Strukturelementen können eine überraschend hohe Biodiversität beherbergen. Zuweilen finden bestimmte Arten hier einen Ersatz für Lebensräume, die sonst aus der Landschaft verschwunden sind. In der Stadt Zürich leben beispielsweise 1200 Arten von wildwachsenden Farn- und Blütenpflanzen – das sind immerhin 40 Prozent der in der ganzen Schweiz vorkommenden Arten.

Mehr als anderswo unterliegt die Biodiversität im Siedlungsraum der Beeinflussung durch den Menschen. Technische Innovationen, neue Baumaterialien und Bauweisen sowie Nutzungsänderungen in einzelnen Zonen können sehr rasch einzelne Arten zum Verschwinden bringen. Die aktuelle Verstädterung begünstigt tendenziell anpassungsfähige, mobile Arten, die keine speziellen Ansprüche an ihren Lebensraum stellen. Gebietsfremde und teilweise invasive Arten, sogenannte Neophyten oder Neozooen, finden im Siedlungsgebiet oft besonders günstige Lebensbedingungen vor.

Der Siedlungsraum ist für die Biodiversität Gefahr und Chance zugleich. Mit differenzierten und gut geplanten Massnahmen in Agglomerationen, Städten und Dörfern kann ein beachtlicher Teil unserer Flora und Fauna erhalten, gefördert und in einigen Fällen gar vor dem Aussterben bewahrt werden. Untersuchungen zeigen, dass viele Ziele der Biodiversitätsförderung durchaus mit den Ansprüchen der Bevölkerung vereinbar sind. Zudem können atttraktive Arten als Aushängeschild die Akzeptanz für eine biodiversitätsfreundliche Gestaltung von städtischen Grünflächen erhöhen.

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  • 22.05.2018
  • Forum Biodiversität Schweiz
  • Meldung

Dialog Immobilien & Biodiversität, 6. April 2018, Bern

Ziel dieses Symposiums war es, den Beteiligten der verschiedenen Bau- und Pflegephasen von Immobilien einen offenen Austausch und die Bearbeitung wichtiger Schnittstellenthemen zu ermöglichen. Die Resultate des Symposium Dialog Immobilien & Biodiversität stehen in einem Bericht zur Verfügung.
HOTSPOT 33: Gärten für die Biodiversität
  • 2016

HOTSPOT 33/16: Gärten für die Biodiversität

Privatgärten könn(t)en wahre Perlen der Naturvielfalt sein. Deren Potential ist gross für die Aufwertung der Grünflächen im Siedlungsgebiet – und dies ganz zum Vorteil auch der Menschen. Das Magazin HOTSPOT „Gärten für die Biodiversität" zeigt auf, wie Privatgärten zu Lebensräumen für eine grosse Vielfalt wildlebender Arten, Zier- und Kulturpflanzen werden können, ohne dass dabei auf gestalterische Anforderungen verzichtet werden muss. Es gilt, dem markanten Rückgang der Biodiversität auch durch die Aufwertung der Privatgärten entgegenzuhalten. Das Heft ist auf Deutsch oder Französisch erhältlich; lassen Sie sich inspirieren!
Teaser: Förderung der Biodiversität im Siedlungsgebiet
  • 2016

Förderung der Biodiversität im Siedlungsgebiet

Siedlungsgebiete nehmen weltweit an Fläche zu und werden immer wichtiger für die Erhaltung und Förderung der Biodiversität. In Zukunft müssen Siedlungen so aufgewertet werden, dass sie einer grossen Vielfalt an Pflanzen und Tieren Lebensraum bieten.
Crocus sativus
  • Artikelserie

Biodiversität im Gartenbau

Die Artikelserie «Biodiversität im Gartenbau» behandeln für jede Jahreszeit einen Aspekt, wie Gärten im Siedlungsraum die Biodiversität fördern können. Die Beiträge kombinieren Erfahrungen aus dem Gartenbau mit aktuellem Wissen aus der Forschung.