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Gentechnologie! Und Sie?

2019
Okt 30
14:45 - 19:30
Veranstaltungsort
Haus der Akademien
Bern
Gentechnologie! Und Sie?
Bild: Forum Genforschung
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Gentechnologie! Und Sie?
Gentechnologie! Und Sie? (Bild: Forum Genforschung)

Genscheren, CRISPR/Cas9, Gene Drives: Innovationen in der Gentechnologie erhalten zurzeit viel Beachtung. Aber werden sie auch unseren Alltag in der Schweiz beeinflussen? Welche Chancen, Grenzen, Risiken und ethischen Dimensionen sind mit ihnen verbunden? Welche Entscheidungen müssen wir als Gesellschaft treffen? Diese und weitere Fragen diskutierten über 60 interessierte Personen am 30. Oktober im Haus der Akademien in Bern.

Von krankheitsresistenten Pflanzen bis zur Mückenbekämpfung - die Entwicklung der Genschere CRISPR/Cas9 und andere Innovationen in der Gentechnologie sorgen für Aufmerksamkeit. Am 30. Oktober 2019 diskutierten über 60 Personen in drei Dialogrunden in einem offenen, interaktiven Format über unterschiedliche Aspekte dieses Themas.

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Beim Thema Gentechnologie und Gesundheit gingen die Teilnehmenden der Frage nach, ob die Gentechnologie eingesetzt werden könnte, um von Mücken übertragene Krankheiten zu bekämpfen:

  • Welche gentechnologischen Ansätze werden in der Insektenbekämpfung zurzeit verfolgt und welche Chancen und Risiken gehen von ihnen aus?
  • Welche alternativen Bekämpfungsstrategien gibt es für Malariamücken und Tigermücken?
  • Wer trägt die Verantwortung, wenn bei einem zukünftigen Einsatz von Gene Drives etwas schieflaufen sollte?
  • Welche Werte legen wir einer Entscheidung für oder gegen einen Einsatz von Gentechnologie / Gene Drive zugrunde?
  • Wie sollte ein Dialogprozess in Entwicklungsländern gestaltet werden, damit eine freie Entscheidung der direkt Betroffenen möglich ist? Wie kann verhindert werden, dass Hoffnungen entstehen, die danach nicht erfüllt werden?

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In der Dialogrunde Gentechnologie und Ernährung wurde anhand des Beispiels der Kartoffel diskutiert, ob die Gentechnologie und/oder die Genom-Editierung zur Züchtung nachhaltig einsetzbarer Sorten beitragen kann:

  • Inwiefern lassen sich Gentechnik und Genom-Editierung mit anderen landwirtschaftlichen Ansätzen kombinieren, die eine nachhaltige Landwirtschaft zum Ziel haben?
  • Was bedeutet "natürlich" im Hinblick auf unsere Nahrungsmittel?
  • Ist es möglich nachzuweisen, ob eine Sorte mit Hilfe der Genom-Editierung erzeugt wurde?
  • Wie kann die Diskussion mit Konsumentinnen und Konsumenten geführt werden?

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Unter dem Titel Gentechnologie und Forschung & Entwicklung stellten Forscherinnen und Forscher aus der Universität, einem Start-up-Unternehmen und der Do-it-yourself-Biologie-Bewegung ihre Forschungsansätze vor. Anschliessend gingen die Teilnehmenden unter anderem der Frage nach, welche Verantwortung Forschende tragen, die mit Gentechnologien arbeiten, und welche Grenzen die Gesellschaft der Erforschung und Anwendung von Gentechnologien setzen sollte:

  • Sind viele Visionen der Forschenden leere Versprechen oder sind konkrete Anwendungen wirklich absehbar?
  • Wird zu viel Geld in die Genforschung investiert und werden dadurch alternative Lösungen vernachlässigt? Wo sind technologische Lösungen überhaupt sinnvoll und wo braucht es ganz andere Ansätze?
  • Gibt es eine rote Linie für die Genforschung oder sollte es eine solche geben? Wer sollte eine solche definieren können? Wie können unterschiedlichen Kulturen und Werten in der globalen Forschungslandschaft Rechnung getragen werden?
  • Warum löst die Gentechnologie bei vielen Menschen Ängste aus?

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Die Veranstaltung schloss mit einer spielerischen Zusammenfassung der Diskussionen durch das TAP - Theater am Puls.

Folgende Expertinnen und Experten haben zu den Dialogrunden beigetragen: Angela Bearth (ETH Zürich), Susanne Brunner (Agroscope), Anna Deplazes (Universität Zürich), Marc Dusseiller (dusjagr labs / Hackteria), Anna-Katharina Ehlert (Reatch / rqmicro AG), Silke Fuchs (TargetMalaria / Imperial College London), Christine Heller (swisspatat), Yolanda Schaerli (Universität Lausanne), Mauro Tonolla (SUPSI/Universität Genf),

Moderation: changels.ch

Die Veranstaltung "Gentechnologie? Und Sie?" wurde vom Forum Genforschung der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) mit Unterstützung des Bundesamts für Umwelt (BAFU) organisiert.

Die französischsprachige Veranstaltung findet am 20. November 2019 in Lausanne statt.

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Technologie génétique ! Et vous ? Discutons-en !

Ciseaux moléculaires, CRISPR/Cas9, édition du génome: les innovations en matière de technologie génétique suscitent beaucoup d'attention. Mais pourraient-elles avoir un impact sur notre vie quotidienne en Suisse ? Quels sont les opportunités, les limites, les risques, ainsi que les réflexions éthiques et les décisions qui nous incombent en tant que société ? Ces questions et bien d'autres ont été traitées par une trentaine de personnes intéressées le 20 novembre à l'Impact Hub à Lausanne.
Hauptorganisator

Forum Genforschung

Gut zu wissen

Die französischsprachige Veranstaltung findet am 20. November 2019 in Lausanne statt.

Weitere Angaben

Sprachen: Deutsch

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Als “Grüne Gentechnik” bezeichnet man die Anwendung gentechnischer Verfahren in der Pflanzenzüchtung. Diese Methoden werden seit den 1980er Jahren angewandt und seit Mitte der 1990er Jahre werden gentechnisch veränderte Nutzpflanzen weltweit kommerziell angebaut. Die Anwendung dieser Technologie hat viele Fragen aufgeworfen: Wie sicher sind diese Pflanzen? Welche Vorteile könnten sie uns bringen? Wie sollen sie reguliert werden? Dieses Themenportal gibt einen Überblick über die wissenschaftlichen Erkenntnisse und offenen Fragen.
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Die Synthetische Biologie zielt darauf ab, biologische Systeme zu entwerfen, nachzubauen oder zu verändern. Dabei nutzt und verbindet sie Ansätze aus verschiedenen Disziplinen, insbesondere der Molekularbiologie und den Ingenieurwissenschaften. Die Synthetische Biologie arbeitet an neuen Lösungen für verschiedenste gesellschaftliche Herausforderungen, etwa in der Medizin, der Energiegewinnung oder der Nahrungsmittelproduktion. Dabei stellen sich ethische Fragen und Fragen zu Risiken und Sicherheit der neuen Technologie.