Gesundheit

Rund 90% des in den USA angepflanzten Mais ist gentechnisch verändert. GV- Lebensmitteln – wie beispielsweise Cornflakes – gehören deshalb in den USA zum Alltag.
Rund 90% des in den USA angepflanzten Mais ist gentechnisch verändert. GV- Lebensmitteln – wie beispielsweise Cornflakes – gehören deshalb in den USA zum Alltag. (Bild: wikimedia commons)
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Rund 90% des in den USA angepflanzten Mais ist gentechnisch verändert. GV- Lebensmitteln – wie beispielsweise Cornflakes – gehören deshalb in den USA zum Alltag.
Rund 90% des in den USA angepflanzten Mais ist gentechnisch verändert. GV- Lebensmitteln – wie beispielsweise Cornflakes – gehören deshalb in den USA zum Alltag. (Bild: wikimedia commons)

Bevor eine neue gentechnisch veränderte (GV) Pflanzensorte in Europa zugelassen wird, muss sie ein aufwendiges Zulassungsverfahren durchlaufen. Dabei werden unter anderem mögliche negative Gesundheitsauswirkungen überprüft. GV-Produkte, welche dieses Prüfverfahren bestanden haben, sind deshalb für die menschliche und tierische Gesundheit genauso sicher wie konventionelle Produkte.

Gründliches Prüfverfahren für GV-Sorten in Europa

In der EU führt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA, für: European Food Safety Authority) bei jedem Zulassungsverfahren für eine neue GV-Sorte eine Risikobewertung durch. Dabei werden unter anderem folgende für die Gesundheit wichtigen Aspekte beurteilt:1,2

  • Welche genetische Veränderung wurde vorgenommen? Wo im Erbgut der Zielpflanze wurde die neue Gensequenz eingefügt? Ist sie stabil?
  • Produzieren der Herkunftsorganismus oder die Zielpflanze bekannte Gifte oder können sie Allergien auslösen?
  • Unterscheiden sich die Nähr- und Inhaltsstoffe der GV-Sorten von konventionellen Sorten?
  • Welches Eiweiss wird durch die neu eingefügten Gensequenzen hergestellt? Welche molekularen und biochemische Eigenschaften hat dieses Eiweiss?
  • Könnte das neue Eiweiss giftig wirken? Ist es einem bekannten Giftstoff ähnlich? Wie stabil bzw. verdaulich ist es? Ist das Eiweiss für Labortiere giftig, wenn es diesen über vier Wochen verfüttert wird?
  • Könnte das neue Eiweiss Allergien auslösen? Ähnelt es bekannten Allergenen? Befinden sich im Blut von allergischen Patienten Antikörper gegen das neue Eiweiss?
  • Gibt eine Studie, die die Verfütterung des GV-Produkts an Labortieren während 90 Tagen untersucht, Hinweise auf ein gesundheitliches Risiko?

Eine GV-Sorte, welche diese Tests erfolgreich durchlaufen hat, wird als genauso sicher wie eine konventionelle Sorte eingeschätzt. Die EFSA erachtet Langzeitstudien (d.h. länger als 90 Tage) mit Nahrungs- oder Futtermittel nur dann als erforderlich, wenn eine der anderen Untersuchungen Hinweise auf ein mögliches Gesundheitsrisiko liefert.3

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In der Schweiz ist das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) für die Zulassung von GV-Nahrungs- und Futtermittel zuständig. Dabei werden im Normalfall die Risikobewertungen ausländischer Expertengremien wie der EFSA berücksichtigt. Zudem werden verschiedene weitere Fachstellen für eine Beurteilung hinzugezogen.

Ein absoluter Sicherheitsbeweis ist nicht möglich

Wird ein neues Lebens- oder Futtermittel zugelassen, können Gesundheitsrisiken trotz sorgfältiger Abklärungen nie zu hundert Prozent ausgeschlossen werden. Ein solcher absoluter Sicherheitsbeweis ist bei Lebensmitteln nicht möglich – dies gilt sowohl für konventionelle als auch für GV-Produkte.

Referenzen

(1) EFSA Panel on Genetically Modified Organisms (GMO) (2011). Guidance for risk assessment of food and feed from genetically modified plants. EFSA Journal 9: 2150. Link

(2) EFSA (2013) EFSA guidance on the submission of applications for authorisation of genetically modified plants under Regulation (EC) No 1829/2003. EFSA Journal 11:3491. Link

(3) EFSA (2013) Considerations on the applicability of OECD TG 453 to whole food/feed Testing. EFSA Journal 11:3347. Link

SAPEA Evidence Review Report "Improving authorisation processes for plant protection products in Europe"
  • 2018

Improving authorisation processes for plant protection products in Europe

Pflanzenschutzmittel wie Insektizide und Herbizide werden in der Landwirtschaft zur Steigerung der Nahrungsmittelproduktion eingesetzt. Auf EU-Ebene sollen die Zulassungsverfahren sicherstellen, dass diese Produkte nicht gesundheitsschädlich sind. Auf Ersuchen des EU-Kommissars für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit haben die europäischen Akademien die bestehenden Methoden und Verfahren hinsichtlich der Identifikation möglicher Verbesserungen geprüft.

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