Personalized Health and Related Technologies - PHRT

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PHRT ist ein strategischer Forschungsschwerpunkt der Institutionen des ETH-Bereichs. Diese spielen eine führende Rolle bei der Entwicklung neuartiger Technologien, einerseits für den personalisierten Gesundheitsbereich, aber auch für die Entwicklung und den Einsatz grosser und hochspezialisierter Forschungsinfrastrukturen. Ziel der personalisierten Gesundheit ist es, gesundheitsrelevante Daten durch geeignete Technologien zusammenzuführen und für eine optimierte Gesundheitsversorgung durch frühere und bessere Diagnose z.T. basierend auf der einzigartigen molekularen Zusammensetzung eines Patienten einzusetzen. Neben der individuell optimierten Therapie liegt ein weiterer Schwerpunkt darauf, die Gesundheit der Gesellschaft insgesamt zu fördern, indem aus den verfügbaren Daten mögliche Gesundheitsrisiken früh erkannt werden. Das Know-how des ETH-Bereichs in Grundlagenwissenschaften und Technologie wird durch PHRT den Kliniken und dem Gesundheitsbereich zugänglich gemacht. Diese Zusammenarbeit ermöglicht den Aufbau und die Etablierung der personalisierten Medizin basierend auf der entsprechenden Spitzenforschung des ETH-Bereichs.

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Interview mit Daniel Vonder Mühll, Geschäftsleiter PHRT

Was ist das übergeordnete Ziel des PHRTs?

Mit dem strategischen Fokusbereich “Personalized Health and Related Technologies” verfolgen die Institutionen des ETH-Bereichs einerseits das Ziel, weiterhin eine der führenden Institutionen im Bereich der weltweit stattfindenden Revolution der Lebenswissenschaften zu bleiben. Andererseits bringt PHRT die Kompetenzen und Erfahrungen des ETH-Bereichs (insbesondere Forschung und Technologie) durch die Zusammenarbeit mit Kliniken und den Patienten in die medizinische und klinische Forschung ein. Konkret werden innovative Projekte finanziert, um beispielweise fortgeschrittenen bildgebende Verfahren für medizinische Anwendungen zu verfeinern, oder moderne Mikro- und Nanosysteme für implantierbare/tragbare Geräte zu entwickeln. Ebenso hat PHRT zwei Plattformen aufgebaut, um qualitativ hochwertige molekulare Daten von klinischen Proben zu messen: die Genomik-Plattform befindet sich in Genf, die Proteomik-Plattform in Zürich. Diese ermöglichen - zusammen mit weiteren klinischen Patientendaten - eine individualisierte Therapie.

Auf welcher Art von Daten liegt der Fokus?

Dank der Fortschritte in den Lebenswissenschaften und Informationstechnologien werden heute enorme und rasant wachsende Mengen an gesundheitsbezogenen Daten generiert: klinische Daten, genomische und phänotypische Daten oder Daten aus Biobanken. Die «Personalisierte Medizin» hat zum Ziel, diese Daten zur Untersuchung und zum Verständnis wichtiger Prozesse und Mechanismen konkreter Krankheitsbilder zu nutzen um dann die medizinische Versorgung jedes einzelnen Patienten zu optimieren. Das Konzept der «Personalisierten Gesundheit» geht noch einen Schritt weiter: es bezieht auch die Gesundheitsdaten mit ein, welche Menschen selber sammeln (self-tracking, citizen data). Daraus gewonnene Erkenntnisse kommen nicht nur Patienten, sondern auch der gesunden Bevölkerung zugute, indem z.B. Krankheitsrisiken frühzeitig erkannt und entsprechende Gesundheitsstrategien entwickelt werden können.

Wieso können die Daten heute nicht schon genutzt werden und wer hat in Zukunft Zugriff auf die Daten?

Um die „Big Data“-Analysen durchführen zu können, müssen die entsprechenden Daten zusammengetragen und homogenisiert werden. Aktuell sind in Schweizer Spitälern die IT-Systeme innerhalb eines Spitals verschieden. Eine zentrale Aufgabe des SPHN-Netzwerkes ist die Sicherstellung der Datenkompatibilität zwischen den Schweizerischen Spitälern und Forschungsinstitutionen. SPHN gibt es erst seit 2017.
Neben der technischen Machbarkeit muss aber auch der verantwortungsvolle Umgang mit Daten sowie die Datensicherheit gewährleistet werden. Es werden erhebliche Anstrengungen unternommen, um Gesundheitsdaten vor Missbrauch zu schützen. Bezüglich Datensicherheit wählen wir stets, den allersichersten Weg, nicht den schnellsten. Unsere Institutionen sind bestrebt höchste Standards zu erfüllen, damit wir das öffentliche Vertrauen verdienen.

Welche Projekte werden durch PHRT gefördert?

PHRT unterstützt folgende vier Projekttypen, welche aufeinander abgestimmt sind:

  1. Technologieplattformen, die qualitativ hochwertige und individualisierte molekulare Profile und medizinische Kohorten generieren. Die Daten sollten zwischen den Forschungspartnern leicht austauschbar („interoperabel“) sein. Es werden zwei Phasen von Technologieplattformen angestrebt: (a) zunächst reife, etablierte Technologien für Genomik und Proteomik für klinische Proben, (b) danach neuartige Technologieplattformen, die sich aus Technologie-Translations-Projekten entwickeln und der raschen Entwicklung für die klinische Entscheidungsfindung dienen.
  2. Technologie-Translation-Projekte: Fortgeschrittene, innovative Technologien, die im ETH-Bereich entwickelt werden und in der Medizin zur Anwendung kommen. Einige könnten die Basis für Technologieplattformen bilden oder bereits existierende Technologieplattformen ergänzen.
  3. Personalisierte Medizin/Gesundheit Forschungsprojekte mit direkter Relevanz für den Patienten.
  4. Interdisziplinäre Forschung und Ausbildung für die nächste Generation von Forschern im Feld der Personalisierten Gesundheit. Es gibt zwei Ebenen von Projekten: (a) Interdisziplinäre Doktoratsprojekte (iDoc), welche die Brücke zwischen Naturwissenschaften/Ingenieurwesen und Medizin schlagen, und (b) Interdisziplinäre Postdoktoranden-Stipendien für den Übergang von jungen Wissenschaftlern zur interdisziplinären Forschungskultur für Personalisierte Gesundheit.

Wenn immer möglich werden die Projekte vom Swiss Data Science Center (SDSC) unterstützt. Einige Projekte werden gemeinsam mit SPHN gefördert.

September 2018

Personalized Health and Related Technologies

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