Wasserbilanz, Wasserhaushalt, Wasserkreislauf

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Vergleichbar zur Bilanz eines Haushaltes mit Einnahmen, Ersparnissen und Ausgaben rechnet man die Wasserbilanz im Schweizer Wasserhaushalt: Niederschläge minus Verdunstung minus Veränderungen in den Speichern (Schnee, Gletscher, Seen, Grundwasser) = Abfluss.

Das Wasser, das in Bächen und Flüssen abfliesst ist als verfügbare und erneuerbare Wasserressource ein lebensnotwendiges Gut für die in der Schweiz lebenden Menschen. Weil in der Schweiz viele Flüsse entspringen, die durch weitere europäische Länder fliessen, trägt die Schweiz als „Wasserschloss Europas“ eine grosse Verantwortung. Dank umfassenden Messungen von Niederschlag und Abfluss sowie den gespeicherten Schnee- und Eismengen ist der Wasserhaushalt der Schweiz gut belegt. So weiss man, dass beispielsweise 40 Prozent des aus der Schweiz abfliessenden Wassers von der Schneeschmelze stammen und nur knapp zwei Prozent von der Gletscherschmelze.

Wasserhaushalt der Schweiz zwischen 1901 und 2000 (Hubacher & Schädler 2010). 1 mm Wasser auf der Fläche der Schweiz entspricht 41.3 Millionen Kubikmeter Wasser. 60 Milliarden Kubikmeter Wasser fallen also pro Jahr auf die Fläche der Schweiz! Die Vorratsänderung von – 14 mm/a bedeutet, dass jährlich 600 Milliarden Liter Wasser als Folge des Gletscherschwundes aus dem Wasserhaushalt der Schweiz „verschwunden“ sind.  Der Verlauf der Komponenten des Wasserhaushalts seit 1901 ist im Anhang 2 (Abb. 12) abgebildet, eine erweiterte Bilanz befindet sich im Anhang 4 (Abb. 14).
Wasserhaushalt der Schweiz zwischen 1901 und 2000 (Hubacher & Schädler 2010). 1 mm Wasser auf der Fläche der Schweiz entspricht 41.3 Millionen Kubikmeter Wasser. 60 Milliarden Kubikmeter Wasser fallen also pro Jahr auf die Fläche der Schweiz! Die Vorratsänderung von – 14 mm/a bedeutet, dass jährlich 600 Milliarden Liter Wasser als Folge des Gletscherschwundes aus dem Wasserhaushalt der Schweiz „verschwunden“ sind. Der Verlauf der Komponenten des Wasserhaushalts seit 1901 ist im Anhang 2 (Abb. 12) abgebildet, eine erweiterte Bilanz befindet sich im Anhang 4 (Abb. 14).
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Wasserhaushalt der Schweiz zwischen 1901 und 2000 (Hubacher & Schädler 2010). 1 mm Wasser auf der Fläche der Schweiz entspricht 41.3 Millionen Kubikmeter Wasser. 60 Milliarden Kubikmeter Wasser fallen also pro Jahr auf die Fläche der Schweiz! Die Vorratsänderung von – 14 mm/a bedeutet, dass jährlich 600 Milliarden Liter Wasser als Folge des Gletscherschwundes aus dem Wasserhaushalt der Schweiz „verschwunden“ sind.  Der Verlauf der Komponenten des Wasserhaushalts seit 1901 ist im Anhang 2 (Abb. 12) abgebildet, eine erweiterte Bilanz befindet sich im Anhang 4 (Abb. 14).
Wasserhaushalt der Schweiz zwischen 1901 und 2000 (Hubacher & Schädler 2010). 1 mm Wasser auf der Fläche der Schweiz entspricht 41.3 Millionen Kubikmeter Wasser. 60 Milliarden Kubikmeter Wasser fallen also pro Jahr auf die Fläche der Schweiz! Die Vorratsänderung von – 14 mm/a bedeutet, dass jährlich 600 Milliarden Liter Wasser als Folge des Gletscherschwundes aus dem Wasserhaushalt der Schweiz „verschwunden“ sind. Der Verlauf der Komponenten des Wasserhaushalts seit 1901 ist im Anhang 2 (Abb. 12) abgebildet, eine erweiterte Bilanz befindet sich im Anhang 4 (Abb. 14).

Verdunstung als wichtiger Faktor

Im Gegensatz zum Abfluss wird die Verdunstung von Wasser meist nicht direkt gemessen, sondern aus der Wasserbilanz (Verdunstung = Niederschlag minus Abfluss minus Speicheränderungen) abgeleitet (Spreafico & Weingartner, 2005). Die Verdunstung findet an verschiedenen Orten statt: Von Gewässeroberflächen, aus dem Boden und von Pflanzenporen (Transpiration). Die gesamte Verdunstung nennt man Evapotranspiration. Sie ist abhängig von der Lufttemperatur und dem vorhandenen Wasser im Boden. Höhere Lufttemperaturen führen zu einer Steigerung der höchstmöglichen (potentiellen) Verdunstung. Damit die tatsächliche (reelle) Verdunstung dann auch zunehmen kann, muss genügend Wasser im Boden vorhanden sein.

Die Evapotranspiration ist in der Schweiz nicht überall gleich: Weil die Verdunstung aus den Pflanzenporen einen bedeutenden Teil der Evapotranspiration ausmacht, ist letztere vor allem von der Verteilung der Vegetation abhängig. Diese nimmt mit der Höhe ab, weil es nicht nur kälter wird, sondern sich auch die Pflanzendichte verändert – von den landwirtschaftlich genutzten Flächen und Wäldern des Mittellandes über die grossen Weiden und Wälder des Juras und der Voralpen bis hin zu den Geröllhalden und Gletschern in den Alpen. Deshalb nimmt auch die potentielle Verdunstung aus den Pflanzenporen mit der Höhe ab.

Besonders im Sommer führt die Verdunstung im Alpenraum zu einem „Recycling“ des Niederschlags: Bis zu zwei Drittel des verdunsteten Wassers bilden beim Aufsteigen neue (Gewitter-)Wolken, die regional wieder abregnen (van der Ent et al., 2010).

Der Wasserhaushalt der Schweiz seit 1901. Sowohl der Niederschlag wie die Verdunstung haben leicht zugenommen während der Abfluss – abgesehen von der Variabilität von Jahr zu Jahr – konstant geblieben ist.
Der Wasserhaushalt der Schweiz seit 1901. Sowohl der Niederschlag wie die Verdunstung haben leicht zugenommen während der Abfluss – abgesehen von der Variabilität von Jahr zu Jahr – konstant geblieben ist. (Bild: Hubacher R., Schädler B. 2010)
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Der Wasserhaushalt der Schweiz seit 1901. Sowohl der Niederschlag wie die Verdunstung haben leicht zugenommen während der Abfluss – abgesehen von der Variabilität von Jahr zu Jahr – konstant geblieben ist.
Der Wasserhaushalt der Schweiz seit 1901. Sowohl der Niederschlag wie die Verdunstung haben leicht zugenommen während der Abfluss – abgesehen von der Variabilität von Jahr zu Jahr – konstant geblieben ist. (Bild: Hubacher R., Schädler B. 2010)
Wasserbilanz der Schweiz. Abgebildet sind die Speicher, die Inputs (Niederschlag, Zuflüsse aus dem Ausland, virtuelles Wasser aus dem Import) und Outputs (Verdunstung, Abflüsse ins Ausland, virtuelles Wasser aus dem Export). Zudem sind wichtige Bereiche der Wassernutzung und des Wasserverbrauchs dargestellt. 10 km3 entsprechen einer Wasser- schicht von ca. 25 cm verteilt über die ganze Schweiz.
Wasserbilanz der Schweiz. Abgebildet sind die Speicher, die Inputs (Niederschlag, Zuflüsse aus dem Ausland, virtuelles Wasser aus dem Import) und Outputs (Verdunstung, Abflüsse ins Ausland, virtuelles Wasser aus dem Export). Zudem sind wichtige Bereiche der Wassernutzung und des Wasserverbrauchs dargestellt. 10 km3 entsprechen einer Wasser- schicht von ca. 25 cm verteilt über die ganze Schweiz.
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Wasserbilanz der Schweiz. Abgebildet sind die Speicher, die Inputs (Niederschlag, Zuflüsse aus dem Ausland, virtuelles Wasser aus dem Import) und Outputs (Verdunstung, Abflüsse ins Ausland, virtuelles Wasser aus dem Export). Zudem sind wichtige Bereiche der Wassernutzung und des Wasserverbrauchs dargestellt. 10 km3 entsprechen einer Wasser- schicht von ca. 25 cm verteilt über die ganze Schweiz.
Wasserbilanz der Schweiz. Abgebildet sind die Speicher, die Inputs (Niederschlag, Zuflüsse aus dem Ausland, virtuelles Wasser aus dem Import) und Outputs (Verdunstung, Abflüsse ins Ausland, virtuelles Wasser aus dem Export). Zudem sind wichtige Bereiche der Wassernutzung und des Wasserverbrauchs dargestellt. 10 km3 entsprechen einer Wasser- schicht von ca. 25 cm verteilt über die ganze Schweiz.

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Werkzeuge zum Thema Oberflächenabfluss als Naturgefahr – eine Entscheidungshilfe
  • 2018

Werkzeuge zum Thema Oberflächenabfluss als Naturgefahr – eine Entscheidungshilfe

Obwohl in der Schweiz verschiedene Werkzeuge für die Beurteilung und für den Umgang mit der Naturgefahr Oberflächenabfluss existieren, fehlt bisher eine Übersicht, die Lösungswege für diverse Fragestellungen aufzeigt. Dieser Beitrag zur Hydrologie der Schweiz soll Fachpersonen bei der Auswahl der geeigneten Werkzeuge im konkreten Fall unterstützen.