Monogenetische Krankheiten

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Monogenetische Krankheiten werden durch eine Mutation in einem einzelnen Gen verursacht. Ein Beispiel ist Zystische Fibrose (CF), wo das CFTR-Gen mutiert ist. Bis heute wurden über 1900 verschiedene Mutationen in diesem Gen identifiziert, die alle zu CF führen. Als sogenannt autosomal-rezessive Krankheit bricht die Krankheit nur aus, wenn ein verändertes Gen von der Mutter und dem Vater weitervererbt wurde. Im Unterschied dazu muss bei einer autosomal-dominanten Krankheit nur ein mutiertes Gen weitervererbt werden, damit die Krankheit ausbricht. Ein Beispiel dafür ist die Krankheit Chorea-Huntington.

Welche Veränderung liegt vor?

Bei einer monogenetischen Krankheit ist ein bestimmtes Gen mutiert, und diese Veränderung kann zu einer Krankheit führen. Eine Mutation kann einzelne Basenpaare betreffen oder auch längere Abschnitte. Die Auswirkungen können ganz verschieden sein. Die Gensequenz wird nicht richtig abgelesen: Das Resultat ist ein fehlendes Protein oder ein Protein, das nicht mehr die richtige Struktur aufweist und entsprechend seine Funktion nicht korrekt ausübt. Möglich ist auch, dass wegen der Mutation zu grosse oder zu geringe Mengen eines Proteins hergestellt werden.

Als konstitutionelle Mutationen werden Mutationen bezeichnet, die in allen Zellen vorkommen und auch an die Nachkommen vererbt werden. Im Gegensatz dazu, entstehen somatische Mutationen erst während der Embryonalentwicklung oder nach der Geburt. Sie kommen somit nicht in allen Zellen vor. Krankheiten können durch konstitutionelle und somatische Mutationen verursacht werden.

Wo knüpft die personalisierte Gesundheit an?

Weist eine Patientin oder ein Patient bereits Symptome auf, die auf eine bestimmte Krankheit hindeuten, kann ein klassischer Gentest Gewissheit schaffen. Voraussetzung ist jedoch, dass das entsprechende Gen bekannt ist. Bei der Zystischen Fibrose leiden die betroffenen Kinder meist unter Symptomen, bevor eine Diagnose gestellt wird. Indem das CFTR-Gen sequenziert wird (also die genaue Abfolge der Basenpaare analysiert wird), lässt sich das Gen auf Mutationen untersuchen. Das Analyseresultat ergibt eine eindeutige Diagnose, sodass ein optimaler Therapieplan erstellt werden kann. Die personalisierte Gesundheit bestimmt also die genaue Ursache einer Krankheit und bestätigt diese nicht nur anhand der Symptome. Dieses Wissen ist wichtig, da die gleiche Krankheit unterschiedliche genetische Ursachen haben kann, sodass unter Umständen verschiedene Medikamente zum Einsatz kommen müssen.

September 2018


Literatur

Gensuisse (2014) Science Aktuell, Genomweite Assoziationsstudien. Link

Eckhardt A (2014) Personalisierte Medizin. Studie des Zentrums für Technologiefolgen-Abschätzung TA-SWISS. Zürich: vdf Hochschulverlag. Link

Europarat (2012) Genetische Tests in der Medizin. Link

SAMS (2012) The potential and limits of personalized medicine; Position paper issued by the Swiss Academy of Medical Sciences. Link

SAMW (2004, 2. Auflage 2011) Genetik im Medizinischen Alltag. Link