Die Wissenschaft trägt in verschiedenen Funktionen zur gesellschaftlichen Entwicklung bei. Das Webportal zeigt auf, welche Rollen Forschende dabei einnehmen können, und bietet Ansätze, diese zu reflektieren.

Bild: Manu Friedrich

Die Wissenschaft ist Teil der Gesellschaft

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Die Wissenschaft ist Teil der Gesellschaft. Forschende tragen mit ihrer Arbeit zur gesellschaftlichen Entwicklung bei.

Die Wissenschaft trägt mit ihrem Wissen zu technologischen Errungenschaften, gesellschaftlichen Debatten oder politischen Entscheidungsprozessen bei. Die Erwartungen darüber, welche Funktio­nen sie dabei einnehmen soll, können stark auseinandergehen. Dies führte beispielsweise während der Covid-Krise zu hitzigen Debatten.

Ein gängiges Verständnis gerade auch in der Wissenschaft selber ist, dass Forschende entschei­dungsrelevantes Wissen bereitstellen (policy-relevant), aber nicht vor­wegnehmen sollen, wie politische Entscheidungen auszusehen haben (policy-prescriptive). Sie zeigen also beispielsweise Handlungsoptionen mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen oder möglichen Konsequenzen auf; verzichten aber auf Aussagen darüber, was politisch erwünscht zu sein hat. In der Reali­tät sind die Grenzen zwischen policy-relevant und policy-prescriptive meist fliessend.

Manche Forschende sehen sich aufgrund ihres Fachwissens in der gesellschaftlichen Verantwortung, politisches Handeln einzufordern. In diesem Sinne machten Forschende in den 1970er- und 1980er-Jahren zum Bei­spiel auf die Bedrohung der Ozonschicht durch Fluorkohlenwasserstoffe aufmerksam, da sie sich um die menschliche Gesundheit sorgten. Aktuell engagieren sich Forschende im Zusammenhang mit dem Klimawandel vermehrt explizit politisch und wenden dabei teils auch zivilen Ungehorsam an.

Es ist wichtig, dass sich Forschende bewusst sind, welche gesellschaftliche Relevanz ihre Arbeit hat, welche Ziele der Gesellschaft oder Politik ein Forschungsprojekt aufnehmen soll und welche Rollen sie beim Austausch mit der Gesellschaft einnehmen. Dies gilt es immer wieder zu hinterfragen und ab­zugleichen.

Es stellen sich folgende Fragen

  • Gibt es wertfreie Forschung?
  • Was bringt meine wissenschaftliche Arbeit der Gesellschaft?
  • Was erwartet die Gesellschaft von meinem Fachgebiet? Warum?
  • Sind die Aussagen und Empfehlungen, die sich aus meiner Forschung ableiten, policy-relevant oder policy-prescriptive?