Schnee, Gletscher und Permafrost haben für die Schweiz eine grosse Bedeutung und ihre Veränderung wird durch detaillierte Messungen dokumentiert. Dieses Webportal zeigt und erklärt ausgewählte langjährige Messreihen der Kryosphäre.mehr

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Zukunft und Auswirkungen

Die Gletscherschmelze hat Auswirkungen vom Gebirge über das Mittelland bis zum Ozean.
Die Gletscherschmelze hat Auswirkungen vom Gebirge über das Mittelland bis zum Ozean.Bild: Universität Zürich, ZI, MELS/SIVIC, T. von Grebel
Die Gletscherschmelze hat Auswirkungen vom Gebirge über das Mittelland bis zum Ozean.
Die Gletscherschmelze hat Auswirkungen vom Gebirge über das Mittelland bis zum Ozean.Bild: Universität Zürich, ZI, MELS/SIVIC, T. von Grebel

Die Schweizer Gletscher befinden sich in einem rasanten Wandel. Seit dem Jahr 2000 haben sie fast 40 % ihres Volumens verloren, und allein in den Jahren 2022 und 2023 verschwand zehn Prozent des gesamten Gletschereises. Der Rückgang wird sich fortsetzen, mit tiefgreifenden Folgen für Landschaft, Natur und Gesellschaft.

Rückgang des Vadret da Tschierva im Kanton Graubünden zwischen 1935 und 2022.
Rückgang des Vadret da Tschierva im Kanton Graubünden zwischen 1935 und 2022.
Rückgang des Vadret da Tschierva im Kanton Graubünden zwischen 1935 und 2022.Bild: swisstopo, VAW-ETH Zürich
Bild: swisstopo, VAW-ETH Zürich

Veränderungen der Landschaft


Der Rückzug der Gletscher verändert die alpine Landschaft grundlegend. Wo einst mächtige Eisströme dominierten, entstehen neue Fels- und Schuttlandschaften sowie Gletscherseen. Diese Veränderungen können neue touristische Attraktionen schaffen, stellen aber auch Herausforderungen für den Alpinismus und den Schutz der Infrastruktur dar.

Wasserhaushalt und Energieversorgung

Gletscher speichern im Winter Wasser und geben es im Sommer ab – ein entscheidender Faktor für die Wasserversorgung und die Stromproduktion durch Wasserkraft. Während in den nächsten Jahrzehnten zunächst mehr Schmelzwasser verfügbar ist, werden langfristig Wasserknappheit und stärkere saisonale Schwankungen zu erwarten sein. Flüsse wie der Rhein und die Rhone, die im Sommer stark auf Gletscherschmelze angewiesen sind, könnten in trockenen Perioden deutlich weniger Wasser führen.

Veränderung des Eisvolumens aller Schweizer Gletscher zwischen 2000 und 2024 (oben). ­ Relative Veränderung des Eisvolumens von Jahr zu Jahr (unten).
Veränderung des Eisvolumens aller Schweizer Gletscher zwischen 2000 und 2024 (oben). ­ Relative Veränderung des Eisvolumens von Jahr zu Jahr (unten).Bild: GLAMOS
Veränderung des Eisvolumens aller Schweizer Gletscher zwischen 2000 und 2024 (oben). ­ Relative Veränderung des Eisvolumens von Jahr zu Jahr (unten).
Veränderung des Eisvolumens aller Schweizer Gletscher zwischen 2000 und 2024 (oben). ­ Relative Veränderung des Eisvolumens von Jahr zu Jahr (unten).Bild: GLAMOS

Auswirkungen der Gletscherschmelze

Die Schmelze der Gletscher trägt zum Anstieg des Meeresspiegels bei – wenn auch deutlich weniger im Vergleich zum Beitrag der von den Eisschilden Grönlands und der Antarktis zu erwarten sind. Weltweit schwindende Gletscher werden jedoch Küstenregionen zunehmend unter Druck setzen und Millionen von Menschen zur Umsiedlung zwingen.

  • Landschaftsbild und Tourismus: Gletscher und weisse Gipfel gehören zum heutigen Bild der Alpen und ziehen Touristinnen und Touristen aus der ganzen Welt an. Für viele Menschen in der Schweiz bedeuten sie Heimat. Wenn es keine Gletscher mehr gibt, müssen sich weltweit bekannte Destinationen neu präsentieren.  Die Herausforderung besteht darin, diese Veränderung weiterhin für die touristische Strahlkraft der Schweiz in Wert zu setzen und gleichzeitig ein unverkennbares Landschaftsbild zu bewahren.
  • Naturgefahren: Die globale Erwärmung destabilisiert Felswände und Hänge, welche bisher durch Gletscher oder gefrorenen Untergrund – sogenannten Permafrost gestützt wurden. Dadurch steigt das Risiko für Steinschlag, Rutschungen, oder gar Bergstürze. In Zukunft ist eine feinmaschige Beobachtung der Veränderungen nötig, um notfalls rechtzeitig vor Gefahren warnen und schützen zu können.
  • Wasserhaushalt: Gletscher speichern Wasser im Winter und geben es im Sommer frei, wodurch sie den Wasserhaushalt ausgleichen. Das Schmelzen des Gletschereises bringt zunächst mehr Wasser. Sind die Reserven aber erschöpft, entfällt die Speicherwirkung des Eises. Besonders in heissen und trockenen Sommerperioden wird der Wassermangel verstärkt.
  • Wasserkraft: Die Wasserkraft ist zentral für die Stromversorgung der Schweiz. Fast alle Stauseen des Landes beziehen ihr Wasser aus vergletscherten Gebieten. Auch künftig können diese Seen durch Niederschlag gefüllt wer- den. Durch den Gletscherschwund wird das Wasser jedoch eher im Frühling statt im Hochsommer zufliessen.
  • Anstieg des Meeresspiegels: Die Schmelze der Schweizer Gletscher trägt einen sehr kleinen Teil zum Anstieg des Meeresspiegels bei. Die Gletscher gehen je- doch weltweit zurück und geben in den nächsten Jahrzehnten viel Wasser frei, das schliesslich in die Ozeane gelangt. Je nach Klimaszenario könnte der Meeresspiegel bis 2100 um 0,5 bis 1 Meter steigen Langfristig werden vor allem das Abschmelzen der Eisschilde von Grönland und der Antarktis den Meeresspiegelanstieg dominieren.
  • Landschaftsbild und Tourismus: Gletscher und weisse Gipfel gehören zum heutigen Bild der Alpen und ziehen Touristinnen und Touristen aus der ganzen Welt an. Für viele Menschen in der Schweiz bedeuten sie Heimat. Wenn es keine Gletscher mehr gibt, müssen sich weltweit bekannte Destinationen neu präsentieren. Die Herausforderung besteht darin, diese Veränderung weiterhin für die touristische Strahlkraft der Schweiz in Wert zu setzen und gleichzeitig ein unverkennbares Landschaftsbild zu bewahren.Bild: Universität Zürich, ZI, MELS/SIVIC, T. von Grebel1/5
  • Naturgefahren: Die globale Erwärmung destabilisiert Felswände und Hänge, welche bisher durch Gletscher oder gefrorenen Untergrund – sogenannten Permafrost gestützt wurden. Dadurch steigt das Risiko für Steinschlag, Rutschungen, oder gar Bergstürze. In Zukunft ist eine feinmaschige Beobachtung der Veränderungen nötig, um notfalls rechtzeitig vor Gefahren warnen und schützen zu können.Bild: Universität Zürich, ZI, MELS/SIVIC, T. von Grebel2/5
  • Wasserhaushalt: Gletscher speichern Wasser im Winter und geben es im Sommer frei, wodurch sie den Wasserhaushalt ausgleichen. Das Schmelzen des Gletschereises bringt zunächst mehr Wasser. Sind die Reserven aber erschöpft, entfällt die Speicherwirkung des Eises. Besonders in heissen und trockenen Sommerperioden wird der Wassermangel verstärkt.Bild: Universität Zürich, ZI, MELS/SIVIC, T. von Grebel3/5
  • Wasserkraft: Die Wasserkraft ist zentral für die Stromversorgung der Schweiz. Fast alle Stauseen des Landes beziehen ihr Wasser aus vergletscherten Gebieten. Auch künftig können diese Seen durch Niederschlag gefüllt wer- den. Durch den Gletscherschwund wird das Wasser jedoch eher im Frühling statt im Hochsommer zufliessen.Bild: Universität Zürich, ZI, MELS/SIVIC, T. von Grebel4/5
  • Anstieg des Meeresspiegels: Die Schmelze der Schweizer Gletscher trägt einen sehr kleinen Teil zum Anstieg des Meeresspiegels bei. Die Gletscher gehen je- doch weltweit zurück und geben in den nächsten Jahrzehnten viel Wasser frei, das schliesslich in die Ozeane gelangt. Je nach Klimaszenario könnte der Meeresspiegel bis 2100 um 0,5 bis 1 Meter steigen Langfristig werden vor allem das Abschmelzen der Eisschilde von Grönland und der Antarktis den Meeresspiegelanstieg dominieren.Bild: Universität Zürich, ZI, MELS/SIVIC, T. von Grebel5/5
  • Landschaftsbild und Tourismus: Gletscher und weisse Gipfel gehören zum heutigen Bild der Alpen und ziehen Touristinnen und Touristen aus der ganzen Welt an. Für viele Menschen in der Schweiz bedeuten sie Heimat. Wenn es keine Gletscher mehr gibt, müssen sich weltweit bekannte Destinationen neu präsentieren.  Die Herausforderung besteht darin, diese Veränderung weiterhin für die touristische Strahlkraft der Schweiz in Wert zu setzen und gleichzeitig ein unverkennbares Landschaftsbild zu bewahren.
  • Naturgefahren: Die globale Erwärmung destabilisiert Felswände und Hänge, welche bisher durch Gletscher oder gefrorenen Untergrund – sogenannten Permafrost gestützt wurden. Dadurch steigt das Risiko für Steinschlag, Rutschungen, oder gar Bergstürze. In Zukunft ist eine feinmaschige Beobachtung der Veränderungen nötig, um notfalls rechtzeitig vor Gefahren warnen und schützen zu können.
  • Wasserhaushalt: Gletscher speichern Wasser im Winter und geben es im Sommer frei, wodurch sie den Wasserhaushalt ausgleichen. Das Schmelzen des Gletschereises bringt zunächst mehr Wasser. Sind die Reserven aber erschöpft, entfällt die Speicherwirkung des Eises. Besonders in heissen und trockenen Sommerperioden wird der Wassermangel verstärkt.
  • Wasserkraft: Die Wasserkraft ist zentral für die Stromversorgung der Schweiz. Fast alle Stauseen des Landes beziehen ihr Wasser aus vergletscherten Gebieten. Auch künftig können diese Seen durch Niederschlag gefüllt wer- den. Durch den Gletscherschwund wird das Wasser jedoch eher im Frühling statt im Hochsommer zufliessen.
  • Anstieg des Meeresspiegels: Die Schmelze der Schweizer Gletscher trägt einen sehr kleinen Teil zum Anstieg des Meeresspiegels bei. Die Gletscher gehen je- doch weltweit zurück und geben in den nächsten Jahrzehnten viel Wasser frei, das schliesslich in die Ozeane gelangt. Je nach Klimaszenario könnte der Meeresspiegel bis 2100 um 0,5 bis 1 Meter steigen Langfristig werden vor allem das Abschmelzen der Eisschilde von Grönland und der Antarktis den Meeresspiegelanstieg dominieren.
Landschaftsbild und Tourismus: Gletscher und weisse Gipfel gehören zum heutigen Bild der Alpen und ziehen Touristinnen und Touristen aus der ganzen Welt an. Für viele Menschen in der Schweiz bedeuten sie Heimat. Wenn es keine Gletscher mehr gibt, müssen sich weltweit bekannte Destinationen neu präsentieren. Die Herausforderung besteht darin, diese Veränderung weiterhin für die touristische Strahlkraft der Schweiz in Wert zu setzen und gleichzeitig ein unverkennbares Landschaftsbild zu bewahren.Bild: Universität Zürich, ZI, MELS/SIVIC, T. von Grebel1/5
Abdeckung eines kleinen Teils des Rhonegletschers im Jahr 2019 mit weissen Tüchern, welche die Schmelze lokal reduzieren. Den starken Rückgang der Gletscherzunge konnte diese Massnahme jedoch nicht verhindern.
Abdeckung eines kleinen Teils des Rhonegletschers im Jahr 2019 mit weissen Tüchern, welche die Schmelze lokal reduzieren. Den starken Rückgang der Gletscherzunge konnte diese Massnahme jedoch nicht verhindern.
Abdeckung eines kleinen Teils des Rhonegletschers im Jahr 2019 mit weissen Tüchern, welche die Schmelze lokal reduzieren. Den starken Rückgang der Gletscherzunge konnte diese Massnahme jedoch nicht verhindern.Bild: M. Huss
Bild: M. Huss

Können Gletscher mit Technologie gerettet werden?

Im Zusammenhang mit touristischer Infrastruktur auf Gletschern werden in der Schweiz seit rund 20 Jahren weisse Tücher, sogenannte Geotextilien, auf dem Eis ausgelegt. Diese Methode kann lokal 50-70 % der Schmelze verhindern. Allerdings ist sie teuer und auf kleine Flächen von wenigen 1000 m² begrenzt, bei denen ein wirtschaftlicher Nutzen besteht.

Um das vollständige Verschwinden ganzer Gletscher oder ganzer Regionen zu verhindern, reichen solche Maßnahmen nicht aus – sie sind reine Symptombekämpfung. Zudem belasten sie die Umwelt, unter anderem durch Mikroplastik. Die einzige wirksame Maßnahme, um Gletscher langfristig zu bewahren, ist die Reduktion der globalen Treibhausgasemissionen.

Erwartete Ausdehnung des Grossen Aletschgletschers im Jahr 2100 in einem Szenario mit starken, globalen Anstrengungen zum ­ Klimaschutz (oben) und einem Szenario ohne Klimaschutz. In beiden Fällen zieht sich die Gletscherzunge weit zurück und gibt ein tief eingeschnittenes Tal mit Gletscherseen frei.
Erwartete Ausdehnung des Grossen Aletschgletschers im Jahr 2100 in einem Szenario mit starken, globalen Anstrengungen zum ­ Klimaschutz (oben) und einem Szenario ohne Klimaschutz. In beiden Fällen zieht sich die Gletscherzunge weit zurück und gibt ein tief eingeschnittenes Tal mit Gletscherseen frei.
Erwartete Ausdehnung des Grossen Aletschgletschers im Jahr 2100 in einem Szenario mit starken, globalen Anstrengungen zum ­ Klimaschutz (oben) und einem Szenario ohne Klimaschutz. In beiden Fällen zieht sich die Gletscherzunge weit zurück und gibt ein tief eingeschnittenes Tal mit Gletscherseen frei.Bild: Tages-Anzeiger Interaktiv, VAW-ETHZ
Bild: Tages-Anzeiger Interaktiv, VAW-ETHZ

Die Zukunft der Schweizer Gletscher


Die Schweizer Gletscher schrumpfen rasch und reagieren verzögert auf das Klima: Selbst wenn die Temperaturen heute stabil blieben, würde ihr Eisvolumen in den nächsten 25 Jahren um einen Drittel abnehmen. Ohne Klimaschutz könnten bis 2100 fast alle Gletscher der Alpen verschwunden sein, bei einer Begrenzung der globalen Erwärmung auf unter zwei Grad bliebe rund ein Viertel des heutigen Eises erhalten. Insbesondere der Grosse Aletschgletscher könnte bei einem Szenario ohne Klimaschutz in 75 Jahren vollständig verschwunden sein. Vielerorts würden sich tief eingeschnittene Täler mit neuen Gletscherseen bilden. Durch wirksame Klimaschutzmassnahmen kann jedoch ein erheblicher Teil des Gletschervolumens erhalten und der Meeresspiegelanstieg verlangsamt werden.