Wie konnten die Impfstoffe gegen Covid-19 so schnell entwickelt werden?

Entwicklung und Zulassung
Bild: Anne Seeger, SCNAT (CC BY 4.0)

Für die schnelle Entwicklung der Impfstoffe gibt es mehrere Gründe:

Forschung

Da es sich bei der Corona-Pandemie um eine globale Herausforderung handelt, haben gleichzeitig sehr viele Institutionen und Personen an Impfstoffen geforscht. Entscheidend war zudem die finanzielle Absicherung durch die Staaten, da die Entwicklung eines Impfstoffes für eine Firma ein enormes Investitionsrisiko bedeutet.

Die Hersteller konnten von Vorkenntnissen profitieren, weil bereits intensiv an Coronaviren – wie beispielsweise an Sars-CoV-1 – geforscht wurde. Viele Resultate waren schnell bekannt und öffentlich zugänglich.

Die Technologie, auf der sowohl die Vektorimpfstoffe als auch die mRNA-Impfstoffe aufbauen, ist nicht neu. Sie wird seit mehreren Jahrzehnten erforscht.

Bürokratie

Im Zuge der Corona-Pandemie wurden bürokratische Abläufe vereinfacht. Das Zulassungsverfahren von Swissmedic wurde beispielsweise beschleunigt. Im Normalfall werden die Ergebnisse der klinischen Phasen I­ bis III erst am Schluss gesammelt geprüft. Für die Zulassung von Impfstoffen gegen das Coronavirus prüft Swissmedic neue Studien hingegen laufend. Die Anforderungen bezüglich Wirksamkeit und Verträglichkeit der Impfstoffe bleiben bei diesem rollenden Verfahren jedoch gleich wie beim üblichen Zulassungsverfahren. Nur wenn Swissmedic Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität eines Impfstoffs bestätigt, erteilt die Behörde die Marktzulassung für die Schweiz.

Epidemiologie

Der epidemiologische Verlauf hat sehr gut zu den Testphasen der Impfstoffe gepasst. Das heisst, es war verhältnismässig einfach, genügend freiwillige Personen für die klinischen Studien zu finden. Die hohen Infektionszahlen halfen bei der Prüfung der Wirksamkeit.

Weitere Gründe für die schnelle Entwicklung der Impfstoffe waren die internationale Zusammenarbeit und der Einsatz von künstlicher Intelligenz. Mehr dazu im Beitrag des Wissenschaftsmagazins «higgs». Und ein Video vom BAG.