Entstanden und dann wieder verschwunden

Das Wort 'Antiteilchen' tönt geheimnisvoll. Dabei ist das Antiteilchen zu einem Elementarteilchen einfach jenes Teilchen, das die gleiche Masse hat, aber umgekehrte elektrische Ladung. Man könnte auch von 'Komplementär-' oder 'Spiegelteilchen' sprechen. Jedes der zwölf Materieteilchen hat ein Antiteilchen, und all diese Antiteilchen wurden schon experimentell nachgewiesen. Das Positron (Antiteilchen des Elektrons) und weitere Antiteilchen kommen natürlich vor, nämlich in der Strahlung vor, die aus dem Kosmos auf die Erde niedergeht.Wo immer Energie in Masse umgewandelt wird – sei es beim Urknall vor knapp 14 Milliarden Jahren, sei es bei Kollisionen der kosmischen Strahlung in der Atmosphäre, sei es am CERN in Genf – entsteht neben Materie immer auch gleich viel Antimaterie.

Bringt man Materie mit Antimaterie zusammen, lösen sie sich in Energie auf. Dieser Mechanismus liesse sich im Prinzip für den Bau einer Bombe nutzen. Die Explosion von einem Gramm Materie mit einem Gramm Antimaterie würde soviel Energie freisetzen wie eine kleine Atombombe. Allerdings bräuchte die Herstellung der dafür nötigen Antimaterie sehr viel Energie und Zeit, daher ist der Bau einer solchen Bombe unrealistisch. Zum Einsatz kommt Antimaterie hingegen in der Medizin (Positronemissionstomografie), und dies schon seit 40 Jahren.