Die Teilchenphysik erforscht die grundlegenden Bausteine der Materie und ihre Wechselwirkungen, die den Aufbau der Materie unseres Universums bestimmen. Das Webportal macht die faszinierende Forschung einer interessierten Öffentlichkeit verständlich.mehr
Das diesjährige Thema «Vermessung» wird entlang eines Zeitstrahls in fünf spannenden Vorträgen beleuchtet.
Bild: Jost Bürgi-Forum
Die Veranstaltung beginnt mit einem Einblick in die Arbeit von Jos Murer – einem Pionier der Schweizer Kartographie. Es geht weiter über die grossen Tunnelvermessungsprojekte der Schweiz bis hin zu moderner Sensorik und KI.
Programm
Experten-Workshop (öffentlicher Anlass)
10.10 bis 11.00 Uhr, «Jos Murer (1530 - 1580) - Pionier der Schweizer Kartographie», Referent: Martin Weiss: Jos Murer war ein typischer Vertreter der Spätrenaissance: Er war Illustratos, Glasmaler, Dichter, Theaterautor und widmete sich auch der Vermessungskunst. Von ihm stammt die erste, exakt vermessene Karte des Züribiets und die berühmte, 1576 entstandene Planvedute der Stadt Zürich, besser bekannt als Murerplan. Wie ist er beim Vermessen vorgegangen? Welche Instrumente hat er eingesetzt? Und in welchem kulturhistorischen Umfeld hat er gelebt? Diesen Fragen geht Martin Weiss nach und vermittelt einen spannenden Blick in eine Zeit, in der sich das Bild von der Welt und des Kosmos grundlegend zu ändern begann.
11.00 bis 11.45 Uhr, «Eisenbahn Tunnelvermessungen - Grundlagennetze und Absteckungen in den Jahren 1869 bis 1911», Referent: Beat Sievers: Die Disposition und Ausführung der Grundlagenvermessungen der Gotthard- und Lötschberg-Scheiteltunnel wird behandelt, mit denen die geplanten Tunnelportale in Beziehung gebracht wurden. Die dabei verwendeten Messinstrumente und -methoden werden vorgestellt. Abschliessend werden die Absteckungsverfahren und die erreichten Durchschlagsabweichungen erläutert.
11.45 bis 13.15 Uhr, Mittagspause am SuperSaturday Lichtensteig
13.15 bis 14.00 Uhr, «Multisensorik im Wandel der Zeit, von Bürgi bis heute», Referent: Bernhard Braunecker: In der Astronomie muss man einen Stern stets von verschiedenen Orten anpeilen, um über Triangulationsrechnungnen seine räumliche Lage zu bestimmen. Dazu benutzt man z.B. die Erddrehung, brauch dann aber neben der präzisen Winkelmessung auch eine auf Sekunden genau gehende Uhr, also zwei Sensoren verschiedener Art. Nur so konnten Bürgi und Kepler die Ellipsenbahn des Mars bestimmen. Heutzutage verwenden wir Satellitensignale zusammen mit Navigationssensoren und speziellen Optiksystemen, um Lage und Bewegung einzelner Objekte oder ganzer Flotten mobiler Roboter zu vermessen.
14.00 bis 14.45 Uhr, «Herausforderungen an die Vermessung beim Bau des Gotthard-Basistunnels», Referent: Adrian Ryf: Der Bau des Gotthard-Basistunnels stellte hohe Anforderungen an die Vermessung. Die Gesamtlänge von 57 km, eine Felsüberdeckung von bis zu 2'400m, die komplexe Bauweise von fünf verschiedenen Standorten aus und die für eine Hochgeschwindigkeitsstrecke notwendigen Genauigkeiten erforderten präziseste Mess- und Auswertetechnologien.
14.45 bis 15.15 Uhr, Kaffeepause
15.15 bis 16.00 Uhr, «Die Zukunft der Vermessung - von Sensorfusion zu humanoiden Robotern», Referent: Burkhard Böckem: Die Verschmelzung von Präzisionsmessung und intelligenten Systemen verändert grundlegend die Art und Weise, wie wir unsere Umwelt planen, bauen und verwalten. In dieser Präsentation wird Dr. Burkhard Böckem, Chief Technology Officer von Hexagon, darlegen, wie räumliche Intelligenz, autonome Systeme und KI-gestützte digitale Zwillinge die Vermessung über die traditionellen Methoden hinaus weiterentwickeln. Anhand des Hexagon's humanoiden Roboters AEON, autonomer Realitätserfassungstechnologien und fortschreitender Sensorfusion wird gezeigt, wie Hexagon die Zukunft der Vermessung mitgestaltet.