Über die td-net Toolbox

Die Methoden und Tools der td-net Toolbox haben den spezifischen Fokus, in heterogenen Gruppen gemeinsam Projekte zu entwickeln, Wissen zu generieren und Wirkung zu ermöglichen. Sie bezwecken, die Zusammenarbeit zwischen Expertinnen und Experten sowie Anspruchsgruppen aus Wissenschaft und Praxis systematisch und nachvollziehbar zu gestalten.

Nach dem von uns verwendeten Verständnis beinhaltet transdisziplinäre Forschung unterschiedliche Perspektiven auf ein Thema. Nach Ludwik Fleck können diese Perspektiven als «Denkstile» bestimmter Personengruppen verstanden werden, welche sogenannte «Denkkollektive» bilden. Solche Denkkollektive sind zum Beispiel BiologInnen, PhilosophInnen, Bauern und Bäuerinnen oder GeburtshelferInnen. Bei der Koproduktion von Wissen werden Prozesse gestaltet, bei denen Vertretende verschiedener Denkkollektive gemeinsam neues Wissen entwickeln. Es gibt dabei keine Wertigkeit zwischen akademischem Wissen und Praxiswissen. Daher sprechen wir von heterogenen Gruppen; im Gegensatz zu Forschungsteams mit Mitgliedern des gleichen oder sehr ähnlichen Denkkollektivs, die mit Betroffenen nur in Form von Befragung und Beforschung interagieren, ohne sie zu Teammitgliedern zu machen.

Wir verstehen die Begriffe Methoden und Tools in diesem Zusammenhang eher breit. Eine Methode ist eine strukturierte Art, etwas zu tun, die anderen kommuniziert und von ihnen reproduziert werden kann. Methoden zur Koproduktion von Wissen unterstützen Vertretende verschiedener Denkkollektive dabei, die Denkweisen der anderen besser zu verstehen und sie zueinander in Beziehung zu setzen, um gemeinsam etwas Neues zu generieren.

Erfahren Sie mehr über die Art der Methoden, die über die td-net Toolbox hinaus im Portal angeboten werden:

Das Hauptkriterium für die Aufnahme einer Methode in die td-net Toolbox ist:

  • Die Methode oder das Tool hilft, verschiedene Denkstile zueinander in Beziehung zu setzen.

Weitere Kriterien sind:

  • Die Methode oder das Tool kommt ohne technische Hilfsmittel aus (low-tech);
  • Die Methode oder das Tool verwendet hauptsächlich Alltagssprache (ist dialogtauglich);
  • Die Methode oder das Tool zielt darauf ab, ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln oder Konsens und Meinungsverschiedenheiten zu identifizieren;
  • Die Methode oder das Tool erleichtert den Austausch zwischen Denkstilen und ermöglicht, gemeinsam Wissen und Forschungsergebnisse zu generieren.

Ausschlusskriterien sind:

  • Die Integration von Wissen erfolgt durch eine Person (oder durch eine Maschine), ohne die Teilnehmenden um Feedback zu bitten oder ohne Feedback ernst zu nehmen;
  • Die Methode oder das Tool ist auf die Koproduktion von Wissen innerhalb eines bestimmten Denkkollektivs, d.h. einer homogenen Gruppe, beschränkt;
  • Die Methode oder das Tool gibt einem bestimmten Denkstil einen epistemischen Vorrang.

Wir schließen solche Methoden nicht aus, weil sie nicht interessant oder relevant sind, sondern weil sie ausserhalb des Fokuses der td-net Toolbox zur Koproduktion von Wissen liegen.

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td-net – Network for Transdisciplinarity Research

Antonietta Di Giulio
Kerstin Hemström
Martina Schäfer
Jan C. Schmidt

Theres Paulsen
Christian Pohl

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