Nachhaltiges Unternehmenshandeln in Ländern des globalen Südens

Wie schweizerische KMU dieses Ziel zu erreichen versuchen und der Bund sie darin (noch) besser unterstützen könnte. Aussagen, Einordnungen und Empfehlungen aus einem Stakeholder-Dialog der KFPE

Alex Gertschen vom Center for Global Studies sowie Elisabeth Bürgi Bonanomi und Isabelle Providoli vom Centre for Development and Environmnent (alle Universität Bern) führten 2020 im Auftrag der Kommission für Forschungspartnerschaften mit Entwicklungsländern der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften zu diesen beiden Fragen einen Stakeholder-Dialog durch. An diesem Dialog nahmen fünf KMU sowie VertreterInnen von Bund, Wirtschaftsnetzwerken, Zivilgesellschaft und Wissenschaft teil. Dieses Dokument fasst einerseits die Aussagen der KMU und der anderen Stakeholder zu Praktiken nachhaltigen Unternehmenshandelns, den grössten Herausforderungen und zentralen Forderungen an den Bund zusammen. Andererseits ordnet es diese Aussagen aus einer wissenschaftlichen Perspektive ein.

Nachhaltiges Unternehmenshandeln in Ländern des globalen Südens

Die Bedeutung des Stakeholder-Dialogs ergibt sich aus folgenden Gründen:

  • Der Druck auf Unternehmen, einen (grösseren) Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten, nimmt in der Schweiz und auf internationaler Ebene zu. Das bedeutet, dass sie nicht nur zur Erreichung ökonomischer, sondern auch sozialer und ökologischer Ziele beitragen sollen («triple bottom-line»).

  • In vulnerablen Kontexten gibt es ausgeprägte Probleme bzgl. Gewalt, Justiz und Institutionen oder der wirtschaftlichen Grundlagen (Armut, Arbeitslosigkeit, etc.). Nachhaltiges Unternehmenshandeln ist in solchen Kontexten besonders komplex und anspruchsvoll.

  • Der Druck zu nachhaltigem Handeln nimmt auch für kleine und mittelgrosse Unternehmen (10-249 Beschäftigte) zu. Das ist aus einer schweizerischen Perspektive relevant, weil auf sie 40 Prozent aller Beschäftigten entfallen und KMU fast die Hälfte ihrer Umsätze im Ausland erwirtschaften.

  • KMU verfügen oftmals nicht über die Ressourcen und Kompetenzen, um sich bewusst mit nachhaltigem Handeln im Globalen Süden auseinanderzusetzen. Deshalb und wegen ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung steht der Bund in der Verantwortung, sie bei dieser Aufgabe zu unterstützen.

Dieses Dokument soll als Grundlage für eine adressatengerechte Kommunikation dienen, mit der drei Ziele verfolgt werden:

  • Die herausgearbeiteten Unternehmenspraktiken motivieren und inspirieren andere KMU.
  • Die formulierten Bedürfnisse und Anregungen der KMU helfen den Bundesbehörden, nachhaltiges Unternehmenshandeln direkt und indirekt – über die Rahmenbedingungen – (noch) besser zu fördern.
  • Die Einordnung der erwähnten Aussagen zeigt auf, welchen Fragen und Themen sich die wissenschaftliche Forschung zuwenden sollte.
Verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln im Globalen Süden (Kurzversion)

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