Freilandversuche

Freilandversuche sind unerlässlich, um zu untersuchen, welche Wechselwirkungen die Pflanzen mit der Umwelt eingehen, welchen Beitrag sie zu einer nachhaltigen Landwirtschaft leisten und welche allfälligen Umweltrisiken von ihnen ausgehen. In der Schweiz sind die Hürden für Freilandversuche mit gentechnisch veränderten (GV) Pflanzen sehr hoch; die wenigen bisher durchgeführten Experimente wurden durch Einsprachen und Störaktionen bis hin zu Vandalismus behindert.

Freilandversuch mit GV-Weizen in Zürich-Reckenholz im Rahmen des NFP 59.
Freilandversuch mit GV-Weizen in Zürich-Reckenholz im Rahmen des NFP 59. (Bild: B. Senger, Universität Zürich.)
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Freilandversuch mit GV-Weizen in Zürich-Reckenholz im Rahmen des NFP 59.
Freilandversuch mit GV-Weizen in Zürich-Reckenholz im Rahmen des NFP 59. (Bild: B. Senger, Universität Zürich.)

Schweizer Forschende weichen deshalb entweder ins Ausland aus, um Pflanzen im Feld zu testen, die sie zuvor erfolgreich in Labors entwickelt haben. Andere wenden sich ganz von der Züchtung von GV-Sorten ab. Diese Entwicklung erschwert die Ausbildung von Studierenden in der Pflanzenbiotechnologie und vermindert das praxisnahe Fachwissen für die Zukunft.

Rahmenbedingungen für Freilandversuche verbessern

Für künftige Feldversuche mit GV-­Pflanzen sind zwei Massnahmen wichtig:

  • «Protected sites»
    Einrichten von geschützten Versuchsarealen, die über alle für die Biosicherheit erforderlichen Installationen verfügen und gegen Zerstörungsaktionen geschützt sind. Dadurch könnten Bewilligungsverfahren erleichtert und generell die Kosten für Freilandversuche erheblich gesenkt werden. Im Frühling 2014 wurde eine erste “protected site” bei Agroscope in Zürich in Betrieb genommen.
  • Verbot für Antibiotika-Resistenzmarker aufheben
    In der Schweiz gilt zurzeit das weltweit einzigartige Verbot, Feldversuche mit Pflanzen durchzuführen, die ein Antibiotika-­Resistenzgen enthalten. Dies macht es beinahe unmöglich, für Forschungszwecke GV­-Pflanzen zu verwenden, die in Laboratorien ausserhalb der Schweiz entwickelt wurden. Da Bakterien nur äusserst selten pflanzliche Gene aufnehmen, kann im Rahmen eines Feldversuches die Übertragung einer Antibiotika­resistenz auf einen tierischen oder menschlichen Krankheitserreger praktisch ausgeschlossen werden.

Neue Freilandversuche bewilligt

Seit 2014 werden auf einem geschützten Versuchsgelände von Agroscope in Reckenholz Freilandversuche mit GV-Weizen der Universität Zürich durchgeführt.

Bundesamt für Umwelt (BAFU): Freisetzungsversuche mit gentechnisch veränderten Organismen.

Agroscope: Standort für Feldversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen.

Mehr über Freilandversuche:

Romeis J, Meissle M, Brunner S, Tschamper D, Winzeler M (2013) Plant biotechnology: Research behind fences. Trends in Biotechnology 31, 222-224. Link

Bernauer T, Tribaldos T, Luginbühl C, Winzeler M (2011) Government regulation and public opposition create high additional costs for field trials with GM crops in Switzerland. Transgenic Research 20(6): 1227-34. Link

Fisch F (2013) Ein Versuch. Genforschung zwischen den Fronten. Helden Verlag, Zürich. Link

Potentielle Sorten für die Schweiz

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Regulierung

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Eine Übersicht über die Gesetzgebung in der Schweiz