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Grundwasser

Das Forschungsfeld der Hydrogeologie setzt sich mit Wasser auseinander, das sich unterhalb der Erdoberfläche befindet. Dieses Wasser befindet sich in (meist winzig kleinen) Hohlräumen im Fest- oder Lockergestein, in sogenannten Grundwasserleitern (siehe Seite Grundwasserleiter). Mit diesem Grundwasser kommen wir vor allem dann in Kontakt, wenn wir Wasser trinken (rund 80% des Trinkwassers in der Schweiz stammt aus dem Grundwasser) oder wenn Wasser in unterirdische Infrastruktur drückt (nach starken Niederschlägen in die Keller oder als Bergwasser in Tunnels).

Karstquelle Zeglingen
Karstquelle ZeglingenBild: Stefanie von Fumetti
Karstquelle Zeglingen
Karstquelle ZeglingenBild: Stefanie von Fumetti

Das Grundwasser ist Teil des Wasserkreislaufs. Da der Boden nicht 100% wasserdicht ist, dringt nach jedem Niederschlag ein Teil des gefallenen Wassers durch Infiltration in den Boden ein. Dort wird es gespeichert und kann z. B. als Trinkwasser aus dem Boden gepumpt werden, oder es fliesst nach einer Weile wieder aus dem Grundwasserleiter ab und speist nahegelegene Gewässer. Dabei wird das Wasser auch gereinigt: die Bodenschichten und die darin lebenden Organismen können Verunreinigungen und Schadstoffe aus dem Wasser herausfiltern und abbauen.

Der Untergrund ist unterteilt in eine wassergesättigte und eine ungesättigte Schicht, die vom Grundwasserspiegel getrennt werden. Wenn es viel regnet steigt dieser Grundwasserspiegel an. Ist es lange trocken oder wenn viel Wasser aus dem Grundwasser gepumpt wird, sinkt der Grundwasserspiegel. Bleibt er über lange Zeit tief, kann das zu Problemen bei der Trinkwasserversorgung und in der Landwirtschaft führen.

Die Grundwasserstände können mit einer Drucksonde gemessen werden. Dies geschieht an vielen Stellen in der Schweiz. Ein Überblick über den momentanen Zustand der Grundwasserstände bietet die Übersichtskarte der Bundesmessstellen.

Das Wiederauffüllen des Grundwassers nennt sich Grundwasserneubildung. Diese erfolgt einerseits nach Niederschlägen durch den Boden. Damit möglichst viel Wasser ins Grundwasser infiltrieren kann, dürfen die Böden nicht versiegelt und nicht zu stark verdichtet sein. Dies ist vor allem in besiedelten Gebieten und auf intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen nicht gewährleistet. Auch die Seen und Fliessgewässer sind ans Grundwasser gekoppelt. Sind die Wasserstände der Oberflächengewässer (auch Pegel genannt) höher als der Grundwasserspiegel, kann Wasser vom Gewässer ins Grundwasser infiltrieren. Andersherum können die Oberflächengewässer vom Grundwasser gespiesen werden, wenn der Grundwasserspiegel über dem Gewässerpegel liegt.

Neben der Grundwassermenge ist auch die Grundwasserqualität von Bedeutung. Verunreinigungen durch Nährstoffe, Pestizide und Ewigkeitschemikalien können an vielen Messstellen nachgewiesen werden. Der Umgang mit diesen Verunreinigungen wird politisch kontrovers diskutiert.


Referenzen und weiterführende Literatur

November 2025, Basil Stocker, auf Basis des Berichts Wasser in der Schweiz – ein Überblick

Hydrologische Kommission der Schweiz (CHy): Grundwasser. In: Wasser erklärt. https://naturwissenschaften.ch/water-explained, SCNAT (hrsg.), [abgerufen am DD.MM.YYYY]