Alpen

Bergpanorama
Bergpanorama (Bild: M. Bolliger)
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Bergpanorama
Bergpanorama (Bild: M. Bolliger)

Für die Biodiversität der Schweiz, sowie auch für ganz Europa, sind die Alpen ausserordentlich wichtig. Sie bieten Lebensraum für zahlreiche spezialisierte Pflanzen und Tiere, die anderswo nicht vorkommen. Die Alpen bedecken zwei Drittel der Schweiz und sie sind das am intensivsten genutzte Gebirge der Welt. Die enge Verzahnung von Kultur- und Naturlandschaft hat zu einer hohen biologischen Vielfalt beigetragen.

Lange Zeit war der Druck auf die Lebensräume und die biologische Vielfalt in den Alpen im Vergleich zu den Lebensräumen des dicht besiedelten und intensiv genutzten Flachlandes weniger stark. Doch der Wandel der Landnutzung ist mittlerweile auch im Alpenraum eine bedeutende Einflussgrösse auf die Situation der Biodiversität. Gut erreichbare Flächen werden landwirtschaftlich intensiver genutzt, während die Nutzung steiler, schwer erreichbarer Flächen aufgegeben wird und Gebüsche oder Wald auf diese Flächen vordringen.

Aufgrund des Klimawandels werden wärmeliebende Arten vermutlich ihr Verbreitungsgebiet in die Berggebiete erweitern. Dies ist heute bereits bei vielen Arten feststellbar. Für diejenigen, die heute schon auf höher gelegene Gebiete beschränkt sind, wird der Lebensraum markant schrumpfen. Für kälteliebende, alpine Arten, für deren Erhaltung die Schweiz eine besondere Verantwortung trägt, besteht zukünftig deshalb ein erhöhtes Aussterberisiko.

Intakte Ökosysteme mit hoher Biodiversität bieten im Alpenraum zahlreiche wichtige Leistungen wie z.B. den Schutz vor Lawinen und Steinschlag (Wald) oder die Verhinderung von Bodenerosion und Schneerutschungen (artenreiche Wiesen, Wald). Besonders wichtig ist jedoch auch der Beitrag der biologischen Vielfalt zu einer als schön empfundenen Landschaft, die wiederum für den Tourismus einen hohen Wert aufweist. Umgekehrt wirken sich aber gerade der Tourismus und diverse Freizeitaktivitäten teilweise negativ auf die Biodiversität in den Alpen aus.

Colle Gnifetti
  • 07.11.2019
  • SKPH
  • Medienmitteilung

Atemwegserkrankungen in der Höhe und alpine Eiskernforschung: Zwei junge Forschende erhalten den Prix de Quervain 2019

Michael Furian von der ETH Zürich erhält die Auszeichnung für seine Dissertation zur Höhentoleranz von Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenkrankheit. Sandra Brügger von der Universität Bern wird für ihre Doktorarbeit über die Nutzung von Eiskernen für ökologische Fragen geehrt.
Eine gewaltige Gletschermühle auf dem Glacier de la Plaine Morte (BE), durch welche sich Ende Juli 2018 der Faverges-Gletschersee ergoss.
  • 25.09.2019
  • SCNAT
  • ProClim
  • Medienmitteilung

Meeresspiegel steigt stärker als bisher angenommen

Die Gletscher, Permafrostböden und Ozeane weltweit verändern sich mit dem Klimawandel im Laufe des 21. Jahrhunderts markant. Dies zeigt der am Mittwoch in Monaco veröffentlichte neue Bericht des Weltklimarates (IPCC). Der Meeresspiegel wird bis 2100 um 43 bis 84 Zentimeter steigen und Gebiete unter Wasser setzen, in denen heute Hunderte von Millionen Menschen leben. Gletscher weltweit verlieren zwischen 2015 und 2100 18 bis 36 Prozent ihrer Masse, jene in Europa gar über 80 Prozent. Bei weiterhin hohen Treibhausgas-Emissionen könnten bis 2100 49 bis 89 Prozent der wenig tiefen Permafrostböden auftauen und damit an Stabilität einbüssen.
neue Forschungsprojekte in der Nationalparkregion 2019
  • 2019
  • FOK-SNP
  • Broschüre/Flyer

Neue Forschungsprojekte in der Nationalparkregion 2019

Diese Zusammenstellung bietet einen Überblick über neue Forschungsprojekte 2019 im Schweizerischen Nationalpark sowie im UNESCO Biosphärenreservat Engiadina Val Müstair.

Weitere Informationen

Hotspot 27

HOTSPOT Zeitschrift

Factsheet Grünerlen

Factsheets der Akademien

Hotspot Furka. Biologische Vielfalt im Gebirge

Publikation «Hotspot Furka. Biologische Vielfalt im Gebirge»