Werden Primaten für belastende Tierversuche verwendet?

Ja. Im Nationalrat wurde 2006 eine Parlamentarische Initaitive zum «Verbot von mittel- und schwerbelastenden Tierversuchen an Primaten» von der zuständigen Kommission zurückgewiesen. Dies geschah jedoch nicht, weil die Parlamentarierinnen und Parlamentarier sich für solche Versuche ausgesprochen hätten, sondern weil sie die Ansicht vertreten, dass das Tierschutzgesetz diese Fragen bereits regelt. Während an Primaten in der Schweiz auch belastende Tierversuche durchgeführt werden, werden hierzulande keine Versuche an grossen Menschenaffen durchgeführt. Bereits vor über zehn Jahren haben die Eidgenössische Kommission für Tierversuche (EKTV) und die Eidgenössische Ethikkommission für die Biotechnologie im Ausserhumanbereich (EKAH) in dem Bericht «Forschung an Primaten – eine ethische Bewertung» festgestellt, dass Primaten aufgrund ihrer Nähe zum Menschen und wegen ihrer kognitiven sowie emotionalen Fähigkeiten eine Sonderstellung zukommt. Innerhalb der Primaten spielen die Menschenaffen, also Bonobo, Schimpanse, Gorilla und Orang-Utan, noch eine speziellere Rolle, weil sie dem Menschen noch näher stehen. Die Kommissionen erachten eine Güterabwägung für Versuche mit grossen Menschenaffen als ethisch nicht zulässig und Versuche mit diesen Tieren für nicht zu rechtfertigen.

Die EKTV und die EKAH haben deshalb empfohlen, dass belastende Versuche an diesen Menschenaffen zu verbieten sind. Der Gesetzgeber hat diese Forderung nicht umgesetzt, solche Versuche werden in der Schweiz trotzdem nicht durchgeführt.