Tierversuche, darf man das? Im Webportal geben Forscherinnen und Forscher der Gesellschaft für Versuchstierkunde Antworten aus ihrer Sicht auf häufig gestellte Fragen.

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Rohstoffhandel könnte besonders starker Hebel für eine nachhaltige Entwicklung sein

Der Handel mit Rohstoffen macht ein Drittel des globalen Warenhandels aus und beeinflusst die nachhaltige Entwicklung erheblich. In der bislang umfassendsten wissenschaftlichen Studie der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) analysierten Forschende den Einfluss von Handelshäusern auf die wirtschaftliche, ökologische und soziale Entwicklung und zeigen auf, wie die Schweiz als bedeutender Handelsplatz Chancen nutzen und Risiken weltweit minimieren kann.

Cover report "Beyond the transaction: Commodity trade and sustainable development"
Cover report "Beyond the transaction: Commodity trade and sustainable development"
Cover report "Beyond the transaction: Commodity trade and sustainable development"Bild: SCNAT
Bild: SCNAT

Die Forschenden unter Federführung der Swiss Alliance for Global Research Partnerships der SCNAT und von ETH NADEL haben Hunderte von Studien analysiert. Diese zeigen, dass der Handel mit Energierohstoffen, Nahrung oder Mineralien wirtschaftliche Chancen bietet, aber auch die Umwelt belastet und die Landnutzung und die Gesellschaft stark prägt. So stehen ein Drittel der bedrohten Tier- und Pflanzenarten wegen des Rohstoffhandels unter Druck und rund ein Viertel des globalen Wasserverbrauchs entfallen auf gehandelte Rohstoffe.

Rohstoffhändler werden potente Finanzakteure

Dabei habe sich der Rohstoffhandel in den vergangenen Jahren stark verändert. So liegen die Bruttomargen der Händler 2,5-mal höher als in den 2010er Jahren. In dieser Zeit nahm die Kontrolle von Rohstoffhändlern über die gesamte Wertschöpfungskette und die Verflechtung mit den globalen Finanzmärkten stark zu. Rohstoffe werden zunehmend als «Anlageklasse» verstanden und der Rohstoffsektor erwirtschaftet mittlerweile mehr mit Finanzgeschäften als mit dem eigentlichen Rohstoffhandel. Diese «Finanzialisierung» erhöht insbesondere in Krisenzeiten die Preisvolatilität und auch das Risiko, dass sich Schocks auf andere Sektoren übertragen.

Nachhaltigkeitsregulierungen sind zu fragmentiert und wirken bislang nur begrenzt

Auch Studien zur Wirkung von Standards und Regulierungen haben die Forschenden ausgewertet. Freiwillige Standards, Multi-Stakeholder-Initiativen und Zertifizierungen haben nur einen punktuellen Einfluss darauf, wie sich der Rohstoffhandel auf die Umwelt, auf soziale Konflikte oder die Korruption auswirkt. Gesetzliche Vorgaben zu Rückverfolgbarkeit und Sorgfaltspflichten wurden erst kürzlich weiterentwickelt. Der Ausbau der Nachhaltigkeitsregulierung in den letzten Jahren habe bislang nur begrenzte Ergebnisse erzielt, insbesondere wegen fragmentierter Vorgaben und einer uneinheitlichen Umsetzung, konstatieren die Forschenden. Und dieser Ausbau könnte im Zuge geopolitischer Spannungen unter Druck geraten, wenn die Versorgungssicherheit einseitig priorisiert wird.

Schweiz kann bei der Eindämmung systemischer Risiken eine zentrale Rolle spielen

Die Schweiz beherbergt einige der grössten Rohstoffhandelsplätze weltweit. Rund 60% des weltweiten Kupfer-, Aluminium- und Eisenerzhandels, 56% des Handels mit Pflanzenölen, 53% des Kaffeehandels und 39% des Rohölhandels werden über die Schweiz abgewickelt. Durch diese zentrale Rolle kann die Schweiz eine «katalytische Rolle bei der Förderung eines stärker koordinierten Vorgehens zwischen den Handelszentren spielen». Um die wirtschaftlichen Chancen zu nutzen und systemische Risiken zu mindern, kann mit einer kohärenten und konsistenten Regulierung eine sektor- und grenzüberschreitende Gouvernanz des Rohstoffhandels ermöglicht und generell die Rückverfolgbarkeit und Transparenz bei Transaktionen erhöht werden.

Für den Bericht «Beyond the transaction: commodity trade and sustainable development» analysierten über 30 Expertinnen und Experten von elf Forschungsinstituten aktuelle Studien zu rechtlichen, ökonomischen, ökologischen, politischen und sozialen Fragen. Die wichtigsten Erkenntnisse sind in einem Faktenblatt zusammengefasst.

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  • Rohstoffe

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Dr. Fabian Käser
SCNAT
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